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KULTUR
Alexander Weinlein
Jahns letzter Bericht

Das Interesse auf Einblick in die Stasi-Akten ist in den vergangenen zwei Jahren zwar gesunken, aber immer noch auf einem hohen Stand. Vor allem bei Angehörigen und Nachkommen verstorbener Personen. Sie stellten inzwischen 19 Prozent aller Anträge auf Akteneinsicht. Dies betonte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn am vergangenen Freitag bei der Vorstellung seines 15. und letzten Tätigkeitsberichtes vor der Presse, den er zuvor an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble übergeben hatte. So seien 2019 35.554 Erstanträge und 14.156 Wiederholungsanträge auf Akteneinsicht gestellt worden, 2020 seien es noch 23.686 Erstanträge und 9.195 Wiederholungsanträge gewesen. Die niedrigere Zahl sei sicherlich auch auf die Bedingungen der Corona-Pandemie zurückzuführen, sagte Jahn.

Im Sommer dieses Jahres wird die Stasi-Unterlagenbehörde aufgelöst, ihr Bestand an Akten, Film-, Foto- und Tondokumenten geht dann ins Bundesarchiv über. Das Recht auf Akteneinsicht bleibt allerdings erhalten. Zudem wird das Amt eines Opferbeauftragten beim Bundestag eingerichtet.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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