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Sandra Schmid
Monarchien in Afrika und Asien

Bhutan

Bhutan ist seit 2008 eine parlamentarische Monarchie. Den Wechsel von einer absoluten zu einer konstitutionellen Monarchie leitete damals das Staatsoberhaupt selbst ein: der seit 2006 regierende König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck. Seither hat der Monarch im Himalajastaat formal nur noch eine repräsentatve Funktion. Die Gesetzgebung liegt beim Parlament, das sich aus Nationalrat und Nationalversammlung zusammensetzt.

Brunei

Das Sultanat Brunei Darusslam ist eine absolute Monarchie. An der Spitze steht als Staatsoberhaupt bereits seit 1967 Hassanal Bolkiah, der damit zu den dienstältesten Monarchen der Welt gehört. Die Verfassung der ehemaligen britischen Kolonie gibt ihm volle Exekutivbefugnisse: Der Sultan des Kleinstaats auf der Insel Borneo ist zugleich als Premierminister auch Regierungschef. Er führt darüber hinaus das Verteidigungs-, Außen- sowie Finanzministerium und fungiert als oberster Hüter der islamischen Staatsreligion.

Eswatini

Eswatini, bis 2018 offiziell Swaziland, bezeichnet das Auswärtige Amt als konstitutionelle Monarchie mit einem König als exekutivem Staatsoberhaupt. Faktisch jedoch ist das Land, das von Südafrika und Mosambik umschlossen ist, Afrikas letzte absolute Monarchie. Seit 1986 regiert Mswati III. als Alleinherrscher. Eine gewählte Regierung gibt es nicht, die Opposition ist ausgeschaltet, Die Verfassung garantiert ihm weitgehende Exekutiv-, Gesetzgebungs- und Justizbefugnisse.

Lesotho

Gemäß der Verfassung ist Lesotho eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt des von Südafrika umschlossenen Landes ist seit 1997 König Letsie III. Er hat im Wesentlichen repräsentive Aufgaben. Die Regierung wird vom Premierminister geleitet. Das Parlament besteht aus zwei Kammern: Die Gesetzgebung liegt bei der gewählten Nationalversammlung. Der Senat, der aus Stammesführern und auf Vorschlag der Regierung vom König ernannten Personen besteht, ist offiziell nur für die Überprüfung der Gesetze zuständig, gilt jedoch als einflussreich.

Malaysia

Malaysia ist eine föderale, konstitutionelle Wahlmonarchie. Die gesetzgebende Gewalt in dem südostasiatischen Land liegt beim Parlament und den Landesparlamenten der Bundesstaaten, die exekutive Gewalt beim Staatsoberhaupt und dem Regierungskabinett unter Leitung des Premierministers. Staatsoberhaupt ist der Wahlkönig, seit 2019 Abdullah Ri'ayatuddin. Der König wird von den neun Herrschern der Bundesstaaten für fünf Jahre gewählt. Nach einem Rotationsprinzip bekleidet jeder von ihnen abwechselnd das Amt des Staatoberhauptes. das repräsentative Aufgaben umfasst.

Thailand

Offiziell ist Thailand ein Königreich "mit demokratischer Regierungsform". Doch das buddhistische Land erlebte zuletzt 2014 einen Putsch. Die Militärregierung endete formal 2019. Auch das Staatsoberhaupt König Maha Vajiralongkorn, genannt Rama X., baute seit der Amtsübernahme 2016 seine Macht stetig aus. Die Verfassung von 2017 gibt dem Monarchen, der sich oft in Deutschland aufhält, weitreichende Befugnisse. Unter anderem sind ihm verschiedene Behörden und Teile der Streitkräfte unterstellt.sas

Aus Politik und Zeitgeschichte

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