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Nukleare Sicherheit
Sandra Schmid
Zwischenstand Endlagersuche

Über Fortschritte im Standortauswahlverfahren haben sich die Mitglieder des Umweltausschusses in der vergangenen Woche in einem öffentlichen Fachgespräch mit drei am Prozess der Endlagersuche maßgeblich beteiligten Gremien informiert.

Wie dabei der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, Wolfram König, ausführte, seien inzwischen in einem ersten Schritt 90 Teilgebiete in Deutschland ermittelt worden, die günstige geologische Voraussetzungen für eine sichere Lagerung hochradioaktiver Abfälle bieten. Diese machten allerdings mehr als die Hälfte des Bundesgebietes aus; von der Benennung von Standortregionen für übertägige und später untertägige Erkundungen sei man noch "weit entfernt". Bis 2031 soll laut Standortauswahlgesetz unter Beteiligung der Öffentlichkeit in einem mehrstufigen Verfahren ein Endlagerstandort gefunden werden.

Sorge bereitete König, aber auch den Vertretern der Bundesgesellschaft für Endlagerung und des Nationalen Begleitgremiums (NBG), die infolge des Ukraine-Krieges wieder entfachte Diskussion über die Weiternutzung von Atomkraftwerken.

Es brauche ein klares Bekenntnis zum Ausstieg, fordert etwa Klaus Brunsmeier, Mitglied des NBG, im Gespräch mit den Abgeordneten. Es dürfe keine Laufzeitverlängerungen für Atomanlagen geben. Für das Vertrauen in den Prozess der Endlagersuche sei es zentral, dass der gefundene "gesellschaftliche Konsens" nicht infrage gestellt werde, so Brunsmeier.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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