Inhalt

Hans-Willy Bein/Wieland Kramer
Kurz notiert

Rohstoffbedarf

Deutschland hat in Europa den größten Roh-stoffbedarf. Jeder Bundesbürger verbraucht nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover (BGR) im Laufe seines Lebens durchschnittlich etwa 1.000 Tonnen an Rohstoffen. Gut zwei Drittel davon entfallen auf mineralische Rohstoffe. Das inländische Angebot wird dominiert von der Braunkohle sowie von der Salzgewinnung. Aber auch Steine und Erden sowie seltene Mineralien werden in beträchtlicher Menge im Lande gewonnen. Bei Metallen ist Deutschland zu 100 Prozent von Einfuhren abhängig.

Metalle

Deutschlands führende Position bei vielen neuen Technologien basiert auf dem Einsatz von Metallen. Für nicht rostende oder Spezialstähle geht es nicht ohne Chrom, Molybdän, Vanadium, Nickel, Mangan und Wolfram. Die Mengen sind nicht groß. Aber ohne die Spezialitäten könnten keine Stähle für Kraftwerksturbinen gebaut werden, die 700 Grad heißem Dampf oder bis zu 300 Bar Druck standhalten. Auch bei erneuerbaren Energien basieren viele Techniken auf NE-Metallen. Windräder und Transformatoren brauchen zum Beispiel Kupfer. Auch moderne Lithium-Ionen Batterien für Hybridfahrzeuge benötigen Kupfer, Aluminium und andere NE-Metallen. Blei ist der vorherrschende Energiespeicher.

Engpässe

Eine Reihe von Zukunftstechnologien sind so stark auf seltene Metalle angewiesen, dass ihr Ausbau durch Engpässe bei der Rohstoffversorgung bedroht ist. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Zu den betroffenen Technologien gehören Brennstoffzellen, die Platin und Scandium benötigen, ebenso wie Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die Elektrooptik, die Dünnschicht-Photovoltaik und die Mikroelektronik. Diese Techniken sind auf Neodym, Gallium, Germanium, Indium, Tellur und Tantal angewiesen.

Aluminium

Aluminium wird aus Tonerde gewonnen. Wegen des extrem hohen Stromverbrauchs bei der Herstellung verlagern die Hütten ihre Standorte in Regionen mit preiswerter Energie. Weltweit werden 37 Millionen Tonnen Aluminium produziert, davon in China knapp 13 Millionen Tonnen. Auf Standorte in Europa entfallen knapp neun Millionen, auf Nord- und Südamerika acht Millionen Tonnen. In Deutschland liegt die Produktion von Hüttenaluminium bei gut 600.000 Tonnen. Annähernd ein Drittel höher ist hierzulande die Erzeugung von im Recyclingprozess gewonnenem Sekundäraluminium. Wichtigster Abnehmer von Aluminium ist die Verkehrsbranche, gefolgt von Bauwesen, Maschinenbau und Verpackungsindustrie.

Kupfer

Kupfer gilt als das erste Metall der Menschheit. Das ändert nichts daran, dass der Werkstoff auch bei Produkten der modernen Zeit unersetzlich ist. Ohne das Leitmaterial Kupfer würde kein Telefon, kein Computer und kein Handy funktionieren und es gäbe keine Stromleitungen. Annähernd 40 Prozent des Kupfers geht heute in die Elektro- und Sanitärinstallation des Bausektors. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Elektrotechnik. Die weltweite Nachfrage nach dem Metall hat sich in den vergangenen 25 Jahren fast verdoppelt: von neun Millionen Tonnen Anfang der 80er Jahre auf heute jährlich mehr als 18 Millionen Tonnen. Produziert wurden 2008 in Deutschland mehr als 730.000 Tonnen raffiniertes Kupfer und Kupfergusslegierungen, annähernd 20.000 Tonnen mehr als 2007. Die Halbzeugproduktion und der Metallguss summierten sich auf 1,7 Millionen Tonnen. Hierzulande ist der Erzbergbau vor 20 Jahren aufgegeben worden, seither ist Deutschland völlig von Einfuhren abhängig.

Zink

Zink wird vor allem bei der Oberflächenbehandlung eingesetzt. Nach dem Verzinken werden Eisen- und Stahlteile zusätzlich gegen Oxidierung geschützt. Weltweit wird Zink am stärksten in der Konstruktion und im Bauwesen eingesetzt. Es folgen Fahrzeugbau und Transportwesen sowie Verbrauchsgüter, die Elektronik und schließlich der Maschinenbau. Die Produktion von Primär,- Fein- und Sekundärzink ging in Deutschland im vergangenen Jahr um etwa ein Prozent auf gut 290.000 Tonnen zurück. Kontinuierlich auf mehr als 30 Prozent zugenommen hat die Produktion von Zink aus sekundären Rohstoffen. Die deutsche Zinkindustrie zählt zurzeit 320 Unternehmen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag