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Kurz notiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Sie sind definitiv die am besten gekleideten Menschen im Plenarsaal des Bundestages. Die Rede ist nicht von der Fraktion der "fashion victims", die sich sicherlich auch unter deutschen Abgeordneten findet. Die Rede ist von den Saaldienern oder - wie sie heute offiziell heißen - Plenarsekretären und Plenarassistenten. Michael F. Feldkamp und Dirk Kunze erzählen in ihrem schmalen Band die stellenweise recht vergnüglich zu lesenden Geschichte der guten Geister im Plenarsaal, die für den reibungslosen Ablauf der Bundestagsdebatten sorgen. Sei es, dass sie jedem Redner ein frisches Glas Wasser kredenzen, Abgeordnete mit wichtigen Dokumenten versorgen oder auch mal entrollte Protestplakate von Abgeordneten der Grünen oder der Linken entfernen mussten.

Dem Frack, den die Saaldiener seit 1955 tragen, kam im jenen Augenblick besondere Bedeutung zu, als Frauen sich anschickten, die extrem widerspenstige Männerbastion zu erobern. Erst 1989 nahmen die ersten zwei Frauen ihren Dienst auf, obwohl bereits 1972 die Forderung nach weiblichen Saaldienern laut geworden war. Doch dafür musste analog zum Frack erst einmal ein passendes Kostüm kreiert werden.

Michael F. Feldkamp, Dirk Kunze:

Mit Frack im Parlament.

Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009; 79 S., 19,90 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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