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AfghanistanGastkommentar
Stephan Löwenstein
Ja zum Awacs-Einsatz

Offiziere der Luftwaffe haben es mit einem Mückenschwarm verglichen, was im Luftraum über Afghanistan los ist. Der militärische Flugverkehr hat in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen, weil die internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf immer mehr gewachsen ist. Und - das geht in den schlechten Nachrichten vom Hindukusch oft unter - es gibt auch eine Zunahme an zivilem Flugverkehr, die von einer wirtschaftlichen Entwicklung in manchen Landesteilen zeugt. Was es bislang nicht gibt, ist eine flächendeckende Luftraumsicherung.

So wird man gute Gründe finden, den Einsatz von Awacs-Flugzeugen der Nato zu befürworten, die den "Mückenschwarm" sortieren sollen. Davon zeugte auch die breite Zustimmung im Bundestag am 2. Juli, als über eine Beteiligung der Bundeswehrsoldaten an diesem Awacs-Einsatz entschieden wurde.

Doch ist es bedauerlich, dass die Bundesregierung vor der Entscheidung teilweise so getan hat, als gehe es um eine rein zivile Komponente. Auch wenn die Awacs nicht die Aufgabe haben, Ziele für Luft-Boden-Einsätze von Kampfflugzeugen zu markieren, weil sie dazu technisch nicht in der Lage sind, sollen sie natürlich auch solche Flüge unterstützen. Und so begrüßenswert es ist, dass die neue amerikanische Militärführung der Isaf-Truppe befohlen hat, zurückhaltender mit Luftangriffen umzugehen, um unschuldige Opfer möglichst zu vermeiden, so gehört es doch auch zur Wahrheit, dass diese Unterstützung aus der Luft manchmal wichtig ist, um die eigene Truppe aus brenzligen Situationen am Boden zu befreien. Die Amerikaner haben den Bundeswehrsoldaten in Kundus dadurch schon manches Mal geholfen. Auch deshalb ist es richtig, dass die Deutschen sich mit den Awacs beteiligen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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