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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Die Namen der beiden 21-jährigen DDR-Bürger Günter Litfin und Chris Gueffroy markieren Anfang und Ende einer blutigen Geschichte: Litfin ist der erste Flüchtling, der am 24. August 1961 an der Berliner Mauer erschossen wird als er versucht, durch den Humboldthafen in den Westen Berlins zu schwimmen. 28 Jahre später wird Gueffroy während seines Fluchtversuchs an den Grenzanlagen zwischen Berlin-Treptow und Berlin-Neukölln erschossen.

Litfin und Gueffroy sind zwei von insgesamt 136 Menschen, die zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer starben. Sie wurden bei Fluchtversuchen von DDR-Grenzern erschossen, ertranken in den Grenzgewässern, nahmen sich selbst das Leben oder verunglückten an den Grenzanlagen. Der vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer herausgegebene biografische Band "Die Todesopfer an der Berliner Mauer" erzählt die Geschichte dieser 136 Menschen.

Der Band stellt einen herausragenden Beitrag zur Geschichte der Berliner Mauer dar. Und eine vergleichbare Studie über alle Menschen, die am Eisernen Vorhang zwischen Ost- und Westdeutschland ihre Leben verloren, wäre wünschenswert.

Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989. Ein biografisches Handbuch.

Ch. Links Verlag, Berlin 2009; 524 S., 24,90 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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