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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Der römische Volkstribun Tiberius Gracchus fand im Jahr 133 vor Christus deutliche Worte: "Die Tiere, die in Italien leben, haben eine Behausung. Die Männer aber, die für Italien kämpfen und sterben, haben nur Anteil an Luft und Licht (...)." Die Frage der sozialen Sicherheit ist so alt wie das organisierte Zusammenleben der Menschen. Diese "Geschichte der sozialen Sicherheit" hat der Historiker Karl H. Metz von der Universität Erlangen zu Papier gebracht.

Eines zeigt die Lektüre der historisch soliden Überblicksdarstellung deutlich: Die Zeitspanne, in denen die Menschen durch Staat und Gesellschaft als sozial abgesichert gelten können, ist denkbar kurz. Auch wenn Metz dieser Epoche den umfangreichsten Teil seines Buches widmet. In Deutschland wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Durchbruch erreicht. Von europäischen oder gar deutschen Zuständen können die Menschen in anderen Regionen der Welt allerdings nur träumen. Dies zeigt auch die aktuelle Diskussion in den USA über die von Präsident Obama geplante Einführung eines gesetzlichen Krankenkassensystems.

Karl H. Metz:

Die Geschichte der sozialen Sicherheit.

Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2008; 260 S., 25 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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