Inhalt

Kurz rezensiert
Nicole Tepasse
Angelesen

Auf 128 Seiten einen verständlichen und fundierten Einblick in das komplexe Thema "Völkerrecht" zu vermitteln, ist unmöglich - so möchte man zumindest meinen. Andrea Nußberger hat bewiesen, dass es doch funktioniert. Eine gute Gliederung leitet den Leser von den Ursprüngen des Völkerrechts über eine Definition der Akteure bis hin zu aktuellen Beispielen, die zeigen, wann Völkerrecht greift: Von Unfällen auf hoher See über das Verbot der Sklaverei bis hin zum Völkermord in Bosnien-Herzegowina.

Gleichzeitig macht die Professorin für Verfassungs- und Völkerrecht deutlich, wie schwierig es ist, ein weltweit einheitliches Völkerrecht zu etablieren. Dies sei mehr Wunschdenken als Realität. Nicht nur die westliche Welt lege etwa mit den sogenannten "humanitären Interventionen" eigene Maßstäbe an. Auch die Entwicklung eines islamischen Völkerrechts, "das dem säkularen, auf den modernen Staat zugeschnittenen Völkerrecht ein auf einer religiösen Überlieferung basierendes Recht gegenüberstellt", erschwere dies. Doch die Autorin zeigt sich optimistisch. In der Praxis sei es zumeist gelungen, eine "gemeinsame (Rechts-)Sprache zu finden".

Angelika Nußberger:

Das Völkerrecht.

Verlag C.H. Beck, München 2009; 128 S., 7,90 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag