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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Im vergangenen Jahr sorgte der ehemalige Fallschirmjäger der Bundeswehr für gehörigen Wirbel, als er in seinem Buch "Operation Kundus" behauptete, Angehörige der deutschen ISAF-Truppen hätten auch außerhalb des vom Bundestag bestimmten Mandatgebietes operiert.

Nun hat Achim Wohlgethan nachgelegt: In seinem neuen Buch "Operation Kundus" berichtet er über seinen Einsatz als Mitglied der Vorauskräfte, die den deutschen Stützpunkt in Kundus errichten sollen. Auch diesmal spart der Ex-Soldat nicht mit Kritik, berichtet über mangelhafte Ausrüstung der Soldaten und erhebliche Stimmungsschwankungen und Streitereien in der Truppe vor Ort. Dass Wohlgethan mit seiner Kritik an der Situation der deutschen Soldaten am Hindukusch nicht falsch liegt, davon kann man sich im jährlich erscheinenden Bericht des Wehrbeauftragten überzeugen.

Deutlich sind die Worte, die er in Richtung der deutschen Politik spricht, wenn er einen Fahrplan für den Aufbau eines lebensfähigen afghanischen Staates einfordert. Wohlgethans Buch weist zwar einige Längen auf, die Lektüre ist trotzdem erhellend.

Achim Wohlgethan:

Operation Kundus. Mein zweiter Einsatz in Afghanistan.

Econ Verlag, Berlin 2009; 317 S., 19,80 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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