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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Klimaschutz ist derzeit das weltpolitische Reizthema schlechthin. Immerhin 75 Prozent der Weltbevölkerung werden nach Expertenschätzungen bis zum Jahr 2020 in einem Küstenstreifen von 60 Kilometer Tiefe leben und sind dann durch den prognostizierten Anstieg der Weltmeere direkt bedroht, sollte die Erderwärmung weiter vor-anschreiten. Dass das Klima einen direkten Einfluss auf das menschliche Leben hat, ist aber keine Erkenntis der Neuzeit. In der Schrift "Über Winde, Wasser, Örtlichkeiten", die dem griechischen Arzt Hippokrates von Kos (460-370 vor Christus) zugeschrieben wird, wird dem Klima nicht nur ein entscheidender Einfluss auf die Konstitution des Menschen bescheinigt, sondern auch auf die politischen Verfassungen.

Der Einfluss des Klimas ist aber nur eines der Themen, die der Althistoriker Lukas Thommen in seiner "Umweltgeschichte der Antike" anspricht. Der Band liefert eine fundierten und verständliche Einführung in das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt vom 9. Jahrhundert vor Christus bis in die Spätantike. Dazu gehören beispielsweise Eingriffe in die Natur durch Landwirtschaft, Abholzung, Berg- und Wasserbau. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre.

Lukas Thommen:

Umweltgeschichte der Antike.

Verlag C.H. Beck, München 2009; 188 S., 12,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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