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Johanna Metz
Rekordsumme für Energie

EU-KOMMISSION 2,3 Milliarden für Gas- und Stromprojekte

Der neue deutsche EU-Kommissar für Energiefragen, Günther Oettinger, kann gleich zu Beginn seiner Amtszeit einen Rekord vermelden: 2,3 Milliarden Euro - und damit den größten Betrag, den die EU je für Energieinfrastrukturen ausgegeben hat - will die Kommission künftig für Gas- und Stromprojekte ausgeben. Das kündigte sie am

4. März in Brüssel an. Die Summe gehört zum zweiten Teil des insgesamt 4 Milliarden Euro schweren Energiepakets aus dem EU-Konjunkturprogramm. In ganz Europa sollen damit 31 Gas- und 12 Stromprojekte bezuschusst werden, unter anderem - mit 200 Millionen Euro - die geplante Gas-Pipeline Nabucco, die Erdgas vom Kaspischen Meer nach Europa befördern wird. Auch die im Bau befindliche Hochspannungsleitung von Halle nach Schweinfurt, quer durch den Thüringer Wald soll einen Zuschuss von 100 Millionen Euro erhalten. Weitere Hochspannungsleitungen in Deutschland sollen ebenfalls in den Genuss eines Zuschusses kommen.

Energiekommissar Oettinger bezeichnete die Investitionen in Brüssel als "Meilenstein" und einen "Wendepunkt" in der EU- Energiepolitik: "Wir haben wichtige Schlüsselvorhaben ausgewählt, die helfen werden, ein besser integriertes Energieversorgungsnetz in Europa aufzubauen, in dem die Energie flexibel über die Grenzen der Mitgliedstaaten fließen kann", erklärte er und ergänzte, die Energie- und Klimaziele Europa erforderten "große und risikoreiche Infrastrukturinvestitionen".

Europa kämpft mit Blick auf seine Energieversorgung nicht nur mit einer hohen Abhängigkeit von Lieferungen vor allem aus Russland. Bisher existiert auch keine ausreichende Netz-Infrastruktur über die europäischen Binnengrenzen hinweg.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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