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Monika Pilath
Drogenbeauftragte sagt Komasaufen bei Jugendlichen den Kampf an

Gesundheit

Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), setzt im Kampf gegen Suchterkrankungen auf Vorbeugung. "Prävention steht im Mittelpunkt meiner Arbeit", sagte die FDP-Bundestagsabgeordnete am 24. März im Gesundheitsausschuss. Wie ihre Vorgängerin Sabine Bätzing (SPD) wolle sie "legale Suchtmittel in den Vordergrund" stellen. Sie kündigte an, dem Bundeskabinett noch in diesem Jahr einen neuen Aktionsplan Tabak und Alkohol vorzulegen.

Jeder dritte Bundesbürger rauche und rund 9,5 Millionen Menschen konsumierten Alkohol in einer gesundheitsgefährdenden Form, erläuterte Dyckmans und fügte hinzu: "Jedes Jahr sterben 73.000 Menschen an den Folgen des Alkoholmissbrauchs." Besonders alarmierend sei "das Risikosaufen" bei Kindern und Jugendlichen. Zwar sei der Alkoholkonsum in der Altersgruppe der 10- bis 20-Jährigen insgesamt rückläufig, doch sei die Zahl derjenigen, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten, von 2000 bis 2008 um 170 Prozent gestiegen.

"Hier müssen wir neue Ansätze versuchen", sagte Dyckmans. Vor allem gehe es um die konsequente Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Sie plädiere für eine generelle Ausweiskontrolle bei jungen Menschen, die alkoholische Getränke kaufen wollten, sagte Dyckmans.

Auf Nachfrage der CDU/CSU-Fraktion zeigte sie sich mit Blick auf das seit 1. März in Baden-Württemberg geltende Nachtverkaufsverbot für Alkohol skeptisch. Jugendliche könnten sich auch vor 22.00 Uhr Alkohol kaufen. Zugleich unterstützte sie die von den Fraktionen der FDP und Bündnis 90/Die Grünen angeregte bessere Einbindung der Eltern. Mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werde ein entsprechendes Programm entwickelt.

Die SPD-Fraktion erkundigte sich unter anderem nach Plänen zur Prävention von Alkoholgenuss in der Schwangerschaft. Dyckmans erläuterte, sie wolle erreichen, dass jede Frau, die sich in der Apotheke einen Schwangerschaftstest hole, gleich mit Informationsmaterial zu diesem Thema versorgt werde.

Zugleich zeigte sich die Drogenbeauftragte offen für die Anregung der Fraktion Die Linke, die Forschung zur Medikamentenabhängigkeit gerade älterer Frauen zu verstärken. "Hier müssen wir etwas tun", unterstrich Dyckmans.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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