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POLITIK ALS WACHSTUMSHEMMNISGastkommentar
Birgit Bauer
Die Lage bleibt labil

Kommt die Branche aus der Krise? Ja, so die einfache Antwort. Doch viel wichtiger ist, wann sie aus der Krise kommt und welche Folgen die Krise für das Transport- und Speditionsgewerbe hat.

Jede Krise hat ihre Chancen. Unternehmen sind gezwungen, sich schlanker und strategisch besser aufzustellen, ihr Risikomanagement so anzupassen, dass sie in komplizierten Märkten operieren können. Doch die Marktbedingungen machen es den Unternehmen schwer, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Unsichere politische Rahmenbedingungen, die ein verlässliches Planen kaum zulassen und viel Eigenkapital vernichtet haben, Wettbewerber, die durch ihre lokalen Kostengegebenheiten die Aufträge zu indiskutablen Preisen durchführen, schwer erreichbare Finanzierungen: Das sind einige der Stürme, die in letzter Zeit über die Straßen gefegt sind und es den Unternehmen noch schwer machen.

In einer Umfrage zum Transportpreisindex der Verkehrsrundschau geben 52,8 Prozent der Verlader an, 2010 mehr Transporte vergeben zu wollen als 2009. Andererseits erwartet nur jeder fünfte Logistikdienstleister, eine Umsatzrendite von mehr als fünf Prozent zu erwirtschaften. Insgesamt bleibt die Lage daher labil. Auch wenn sich die Stimmung auf breiter Front verbessern, die Nachfrage nach Transportkapazitäten deutlich anziehen sollte, gibt es genügend Hindernisse für ein nachhaltiges Wachstum der Branche. Die Diskussion um die die Mauterhöhung und auch die Überlegung von Maut-Anreizen für Euro-6 gehören dazu.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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