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SCHONUNG VON RESSOURCENGastkommentar
Björn Helmke
»Grün« hilft sparen

Das Jahr 2009 war für die Transport- und Logistikwirtschaft ein Alptraum. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise sackten die Transportmengen in Deutschland um 10,8 Prozent ab. Kein Wunder, dass Kostensenkung und Liquiditätssicherung ganz oben auf der Tagesordnung von Inhabern und Managern standen. Doch ein weiteres Thema kehrte nach einer Pause von wenigen Monaten auf die Tagesordnung zurück: "Green Logistics". "Green-Logistics"-Veranstaltungen waren fast durch die Bank gut besucht, Fachbeiträge stießen bei den Lesern aus der Logistikwirtschaft auf großes Interesse.

Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch zu der Fokussierung auf wirtschaftliche Themen. Umweltschonender Transport ist gleichzeitig Ressourcen schonender Transport. Und wer in der Transportwirtschaft Ressourcen schont, spart gleichzeitig Kosten. Doch nicht immer sind Kosten- und Umweltziele komplementär zueinander. Die deutsche Politik unterstützte beispielsweise den Start der Euro-5-Norm für Lkw mit einer Mautbegünstigung für diese Fahrzeuge gegenüber den Euro-3-Lkw, die Anfang 2009 noch 49 Prozent der Transportleistung erbrachten. Folge: Gebrauchte Euro-3-Lkw waren auf einen Schlag nahezu unverkäuflich.

Die Flaute auf dem Gebraucht-Lkw-Markt heizte die Krise auf dem Markt für Neufahrzeuge zusätzlich an. 2009 wurden in Deutschland nur 61.201 Lkw über 6 t zugelassen - 38 Prozent weniger als im Jahr davor. Die deutsche Verkehrspolitik könnte helfen, solche Effekte in Zukunft zu vermeiden: Nicht durch Investitionshilfen für umweltfreundliche Fahrzeuge, aber durch die Rücksichtnahme auf die Investitionszyklen der Branche bei der Einführung neuer Normen. Dadurch würde das Interesse an grüner Logistik bei den Unternehmen noch ein Stück nachhaltiger.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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