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LESERPOST

Kurz notiert

Zur Ausgabe 18 vom 03.05.2010

"Der Irrwisch: Diether Dehm", S. 2

In Ihrem Porträt über mich hatten Sie geschrieben: "Sein erstes Leben ließ er bei der SPD, in die er mit 15 eintrat (...) und nach der Debatte um seine vermutete DDR-Spitzeltätigkeit verließ." Dies legt den Schluss nahe, dass es eine kausale Verbindung zwischen beiden Ereignissen gegeben hätte. Dies ist unzutreffend.

Zwischen 1972 und 1977 soll ich Kontakte mit dem Ministerium für Staatssicherheit gehabt haben. 1996 hat das SPD-Parteigericht hat ein Ordnungsverfahren dazu ohne jegliche Strafe eingestellt. Danach wurde ich in die meisten Funktionen innerhalb der SPD wiedergewählt. Erst zwei Jahre 1998 habe ich, nach Einstellung dieses Gerichtsverfahrens, die SPD verlassen.

Fest stand für alle Klagebeteiligten, dass die Akte von der Staatssicherheit 1977 geschlossen worden war und ich wie ein DDR-Staatsfeind in die Einreisefahndung des MfS gelegt wurde, weil ich unbelehrbar für Wolf Biermann und Rudolf Bahro "eingetreten war". 1998 habe ich die SPD verlassen, weil ich in der PDS/Linke fortschrittliche sozialdemokratische Positionen in Sachen Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Mittelstandsförderung besser vertreten kann.

Im Übrigen war mein "Einzug in den Bundestag" mitnichten 2009, wie Sie schreiben, sondern 2005 (nachdem ich bereits 1994 MdB für die SPD war).

Diether Dehm, europapolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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