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Alexander Weinlein
Neumann will Digitalisierung fördern

Filmwirtschaft Kleine Kinos sollen vier Millionen Euro an Unterstützung erhalten

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) will den kleinen Kinos in Deutschland bei der Digitalisierung ihrer Vorführtechnik mit einem Förderprogramm in den kommenden fünf Jahren unter die Arme greifen. Neumann will dafür rund vier Millionen Euro bereit stellen. Der Kultur- und Medien-auschuss des Bundestages signalisierte am vergangenen Mittwoch breite Unterstützung für dieses Vorhaben. Die Fraktionen teilten übereinstimmend die Einschätzung Neumanns, dass kleine Programm-, Filmkunst- und Kommunalkinos nicht in der Lage sind, die teure Umstellung auf die digitale Technik allein zu stemmen. Doch gerade diese kleinen Kinos seien unverzichtbar, um auch in ländlichen Regionen eine flächendeckende, kulturelle Grundversorgung zu gewährleisten.

Neumann betonte vor dem Ausschuss, dass Kinos in spätestens drei bis vier Jahren nicht mehr konkurrenzfähig seien, wenn sie nicht auf die digitale Technik umsteigen. Von den derzeit rund 4.700 Kinoleinwänden in Deutschland müssten noch 3.700 digitalisiert werden. Die meisten davon entfielen aber auf umsatzstarke Großkinos mit mehr als sieben Leinwänden. Die Kosten für die Umrüstung lägen zwischen 60.000 und 90.000 Euro pro Leinwand. Der Bund, so kündigte Neumann an, will sich an den Kosten mit bis zu 30 Prozent beteiligen, 20 Prozent müssten die Kinos allerdings selbst aufbringen.

Die Finanzhilfe für die Kinos unterliegt derzeit allerdings noch einer Sperre. Die Freigabe der Gelder hatte der Haushaltsausschuss in den Beratungen über den Haushalt des Kulturstaatsministers mit der Maßgabe verbunden, dass sich an dem Förderprogramm auch die Filmwirtschaft und die Bundesländer beteiligen.

Hoffen auf Eigendynamik

Neumann, der das Programm noch in diesem Sommer starten will, zeigte sich vor dem Ausschuss zuversichtlich, dass die Finanzierung zustande kommt. Filmverleiher und die Filmförderungsanstalt hätten bereits ihre Bereitschaft erklärt. Er gehe davon aus, dass sich die meisten Länder dem Programm anschließen. Er hoffe auf eine ähnliche Eigendynamik wie beim Denkmalschutz-Sonderprogramm.

Unklar ist bislang allerdings, wie verfahren werden soll, wenn ärmere Bundesländer die benötigten Gelder nicht aufbringen können. Der Kultur- und Medienausschuss vereinbarte deshalb, zu den offenen Fragen der Finanzierung noch vor der parlamentarischen Sommerpause eine Expertenanhörung einzuberufen, um das Förderprogramm wie geplant auf den Weg bringen zu können.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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