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Götz Hausding
Alles nur ein Missverständnis

SpORT

Entgegen anders lautenden Pressemeldungen stellt der Bundesrechnungshof (BRH) weder das "Ob" noch das "Wie" der deutschen Spitzensportförderung infrage. Das machte BRH-Vertreter Lothar Kottke am vergangenen Mittwoch vor dem Sportausschuss deutlich. Bei den in Rede stehenden Bemerkungen des Rechnungshofes sei es lediglich um die "Verhältnisse im Bereich der Bundeswehr" gegangen. Die Tatsache, dass die Bundeswehr den Spitzensport auf Basis eines Erlasses aus dem Jahr 1968 fördere und dafür jährlich 30 Millionen Euro ausgebe, sei der Anlass gewesen, "einmal nachzusehen", sagte Kottke. Dabei habe sich die Forderung nach "mehr Transparenz bei den Kosten" und die Frage nach alternativen Sportfördermöglichkeiten ergeben, wie etwa über ein Stipendiensystem.

Für die Unionsfraktionen ist die Unterstützung der Bundeswehr ein "markanter Baustein bei der Spitzensportförderung", sagte Klaus Riegert (CDU). Das hätten nicht zuletzt die Erfolge bei den Winterspielen 2010 gezeigt. Es sei "nicht vorstellbar", dass dies mit einem Stipendiensystem erreichbar sein sollte. Dass es bei der Bundeswehr "effizient und erfolgreich" zugehe, hätten die Erfolge der letzten Jahre gezeigt, sagte Joachim Günther (FDP).

Auch wenn die Grünen die Spitzensportförderung durch die Bundeswehr immer unterstützt hätten, sei der Bericht des BRH Anlass genug, um über eventuelle Alternativen nachzudenken, sagte Winfried Hermann. So sollte das Stipendienmodell geprüft und nicht gleich ausgeschlossen werden.

Die Bundeswehr müsse bei der Sportförderung "bei der Stange bleiben", forderte Martin Gerster (SPD). Gleichwohl unterstütze man die Forderung nach mehr Transparenz. Der Bundestag habe ein Anrecht auf eine solche Transparenz, stimmte ihm Katrin Kunert (Die Linke) zu.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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