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LIBANON-EINSATZGastkommentar
Holger Möhle
Deutlich abgespeckt

Die Zahl der deutschen Auslandseinsätze wird nicht geringer, da mag der Sparerlass des Finanzministers noch so sehr auf die Etats der Fachressorts drücken. Auch im mittlerweile bald fünften Jahr wird sich Deutschland an dem internationalen Marine-Verband vor der libanesischen Küste beteiligen. Die Region bleibt weiter ein potenzielles Pulverfass. Könnte sich die pro-iranische Hisbollah im Libanon auf dem Seeweg wieder weitgehend ungehindert mit Waffen aufrüsten, wäre der nächste Konflikt programmiert, der sich zu einem Waffengang auswachsen könnte. Daran hat Deutschland, hat Europa, hat die Staatengemeinschaft kein Interesse. Der 33-Tage-Krieg zwischen Israel und der Hisbollah 2006 mit vielen Toten, der im Ergebnis zur Unifil-Mission auf Basis eines Mandats der Vereinten Nationen geführt hat, ist allen noch in wacher Erinnerung.

So wird Deutschland weiter seinen Teil der internationalen Verantwortung im Mittelmeerraum übernehmen und ein allerdings deutlich abgespecktes Kontingent im Einsatz halten. Maximal 300 statt bislang bis zu 800 deutsche Soldaten sollen dem Libanon künftig helfen, eigene Fähigkeiten aufzubauen und zu entwickeln, die libanesischen Hoheitsgewässer, so groß wie Schleswig-Holstein, zu kontrollieren. Die schwarz-gelbe Koalition tut dies mit nachlassender Begeisterung. Vor allem die FDP sträubte sich zu Oppositionszeiten gegen den Einsatz. Doch in Regierungszeiten ist manches anders. Auch ein Votum zum Libanon-Einsatz.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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