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VOR 20 JAHREN ...
Caroline Marchot/ktk
Erste gesamtdeutsche Partei

11. August 1990:

Wenige Monate vor der Wiedervereinigung gingen die Liberalen schon mal voran: Auf dem "Vereinigungsparteitag" in Hannover schlossen sich die liberalen Parteien der beiden deutschen Staaten zur ersten gesamtdeutschen Partei zusammen - der neuen F.D.P.

Vor der friedlichen Revolution hatte in der DDR die SED, die "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands", die beherrschende Stellung inne. Sie war 1946 aus der Zwangsvereinigung der Kommunistischen Partei mit den Sozialdemokraten entstanden. Neben SED waren weitere Parteien des "anti-faschistischen Blocks" zugelassen: Die Ost-CDU, die LDPD (Liberal-Demokratische Partei Deutschlands), später die DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands), sowie die NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands). Während der kurzen Auflösungsphase der DDR kam es zur Neuorientierung ehemaliger Blockparteien und zu Neugründungen. CDU, FDP, SPD und die Grünen fusionierten mit dem jeweiligen Gegenüber im Osten. Den Anfang machte die westdeutsche F.D.P., die mit den ehemaligen Blockparteien LDPD und NDPD sowie kleineren liberalen Parteien fusionierte. Damit gewannen die Liberalen 130.000 neue Mitglieder und verdreifachten so ihre Mitgliederzahl. Die CDU-Ost ging im Oktober 1990 in der gesamtdeutschen CDU auf. Die 1989 neugegründete Ost-SPD verschmolz 1990 mit ihrer westdeutschen Schwesterpartei. Erst 1993 entstand "Bündnis 90/Die Grünen" durch die Fusion der westdeutschen Grünen mit ostdeutschen Bürgerrechtlern des "Bündnis ´90" und der 1989 gegründeten Grünen Partei der Ex-DDR.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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