Inhalt

Enrico Dix
Die Großen schwächeln

Monopolkommission Wertschöpfung sinkt bei Konzernen

Die Wertschöpfung der 100 größten inländischen Unternehmen sank im Zeitraum 2006 bis 2008 um 6,3 Prozent. Dies geht aus dem 18. Hauptgutachten 2008/2009 der Monopolkommission hervor, das die Bundesregierung als Unterrichtung (17/2600) vorgelegt hat. Damit nahm die Wertschöpfung der Großkonzerne erstmals seit dem Ende des Börsenbooms Anfang des neuen Jahrtausends.

Dafür gebe es unterschiedliche Gründe, schreibt die Kommission. Die globale Wirtschaftskrise könne den Rückgang jedoch nur bedingt erklären. Die Krise habe erst gegen Ende des Jahres 2008 auf die Realwirtschaft übergegriffen. Während die Großen der Wirtschaft schwächelten, habe die Wertschöpfung aller Unternehmen im Berechnungszeitraum dagegen mit 6,6 Prozent vergleichsweise stark zugenommen.

Bei Industrie und Handel habe die Bedeutung der Großunternehmen leicht abgenommen. Weiterhin rückläufig seien die Beteiligungsverflechtungen und personellen Verbindungen im Kreise der "100 Größten". Dies sei ausschließlich auf den Abbau von Verflechtungen zwischen Unternehmen zurückzuführen, die in den beiden letzten Perioden zu den zehn größten Unternehmen zählten. Dem Gutachten zufolge nahm die Gesamtzahl der beim Bundeskartellamt im Zeitraum 2008/2009 gemeldeten Zusammenschlüsse weiter ab. Dies führt die Kommission unter anderem auf den negativen Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Fusionsaktivitäten zurück.

Als aktuelle Probleme der Wettbewerbspolitik werden die Trinkwasserversorgung und Wettbewerbsdefizite bei Apotheken benannt. So werden vor allem gegenüber Kommunen und Landschaftsverbänden vermehrte Ausschreibungen für die Wasserversorgung angeregt. Im Handel mit Arzneimitteln rät die Kommission, die Zuzahlung bei gesetzlich versicherten Patienten sowie die Packungspauschale entfallen zu lassen. Gleichzeitig soll von den Patienten ein durch die Apotheke selbst festgelegtes Entgelt für die Dienstleistung der Apotheke getragen werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag