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Linke: Nicht länger arbeiten

RENTE I Rente mit 67 bleibt der große Zankapfel

Klaus Ernst (Die Linke) versuchte es mit Kuchen. Vielleicht würden die Kollegen dann ein Einsehen haben, dass die Rente mit 67 Unsinn ist. Der Kuchen, in diesem Falle das Bruttoinlandsprodukt, werde bis zum Jahr 2030 um rund 30 Prozent wachsen, sagte der Parteivorsitzende der Linkspartei in der Debatte am vergangenen Freitag. Diejenigen, die sich den Kuchen teilen müssten, sprich die Bevölkerung, würden jedoch deutlich weniger. Das heiße, "dass die Kuchenstücke größer werden können", sagte Ernst. Ergo könne man auf die Rente mit 67 verzichten. Genau das fordert seine Fraktion in einem aktuellen Antrag (17/2935), der in erster Lesung beraten wurde.

"Bei ihrem Kuchenbeispiel haben sie etwas Entscheidendes verschwiegen", erwiderte Peter Weiß, der rentenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. In Zukunft werde es viel weniger Erwerbstätige, aber viel mehr Rentner geben. Solidarität zwischen den Generationen aber bedeute, dass die Jungen für die erfreulicherweise länger lebendenden Älteren zahlen, aber auch die Älteren Solidarität mit den Jüngeren leisten müssten. An der Erhöhung des Renteneintrittsalters komme man nicht vorbei, betonten auch die Redner von SPD und Grünen. Allerdings sei die Situation Älterer auf dem Arbeitsmarkt entscheidend dafür, ob der politische Fahrplan so bleiben könne. Sonst wäre die Rente mit 67 "faktisch eine Rentenkürzung", sagte Josip Juratovic (SPD). Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Heinrich Kolb, zeigte sich zuversichtlich: Die Beschäftigung Älterer würde steigen, das sei ermutigend.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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