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Volker Müller
Martin Luther im Bundestag

KULTUR Bis 2017 soll des Reformators gedacht werden

Der Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt, Eckhard Naumann, hat Bundestagspräsident Norbert Lammert am vergangenen Freitag einen sogenannte "Lutherbotschafter" überreicht. Die schwarze Figur des Reformators hat der Künstler Ottmar Hörl aus Kunststoff geschaffen. Sie war von Mitte August bis Mitte September eine von 800 weiteren Lutherbotschaftern, die die Installation "Martin Luther: Hier stehe ich..." auf dem Marktplatz von Wittenberg bildeten. Die Kunstaktion ist Teil des Programms der Luther-Dekade, die auf das Reformationsjubiläum 2017 (500 Jahre Thesenanschlag Martin Luthers) vorbereiten soll. Die Skulptur soll in die Kunstsammlung des Bundestages aufgenommen werden.

Lammert sprach von einem "erkennbaren Auftakt für eine Fülle von Aktivitäten" bis zum Jubiläumsjahr 2017 selbst. Er lege Wert darauf, dass es nicht nur bei dieser einmaligen Aktion bleibt. Oberbürgermeister Naumann sagte, diese Lutherbotschafter seien schon "viele Male in die Welt gegangen".

Auf dem Marktplatz in Wittenbergerg steht seit 1821 eine Bronzefigur Luthers, die der Berliner Bildhauer Johann Gottfried Schadow geschaffen hatte. Im April 2010 wurde sie vom Sockel genommen, damit sie restauriert werden kann.

Der Künstler Ottmar Hörl nutzte die Abwesenheit des Luther-Denkmals, um seine Luther-Installation, nach den Worten Lammerts ein "eindrucksvolles Miniatur-Exemplar des Schadow-Denkmals", auf dem Wittenberger Marktplatz aufzustellen. Die 800 Lutherbotschafter sind jeweils 98 Zentimeter hoch und in den Farben Schwarz, Rot, Grün und Blau gehalten. Durch die Serienproduktion aus Kunststoff und den verkleinerten Maßstab werde Luther "vom Sockel herab geholt" und unter das Volk gestellt, um zu einer "zeitgenössischen Auseinandersetzung mit seinen Gedanken" einzuladen, sagte der Künstler.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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