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Monika Pilath
Werben um Wellnessreisende

Tourismus

Die deutsche Reisebranche setzt beim Gesundheitstourismus zunehmend auf private Kunden. Die Bürger hätten anders als manche Politiker begriffen, dass es auf Prävention ankomme, um Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit langfristig zu erhalten, sagte der Präsident des Deutschen Heilbäderverbandes, der Parlamamentarische Staatssekretär Gerd Müller (CSU), am vergangenen Mittwoch in einer Anhörung des Tourismusausschusses. Der Ausschussvorsitzende Klaus Brähmig (CDU/CSU) erläuterte, die Nachfrage nach Wellness- und Gesundheitsreisen sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im vergangenen Jahr seien mehr als vier Millionen dieser Reisen verbucht worden. Der Ausschuss unterstütze das Vorhaben der Deutschen Zentrale für Tourismus, das Gesundheitsreiseland Deutschland im kommenden Jahr schwerpunktmäßig im Ausland zu bewerben, sagte Brähmig.

Steigerungen bei der Zahl der Privatzahler seien dringend geboten, denn "die klassische Kur hat in den vergangenen Jahren massiv an Bedeutung verloren", wie der Vorsitzende des Vereins "med in Germany", Tilo Braune, in der Anhörung feststellte. Um den Ansprüchen der privat zahlenden Kunden zu genügen, seien qualifizierte und serviceorientierte Leistungen der Kur- und Heilbäder entscheidend. Der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer, fügte hinzu, derzeit mache es ein "Gütesiegel-Dschungel" den Verbrauchern schwer, sich für passende Angebote zu entscheiden. Daran gelte es zu arbeiten.

Die Experten plädierten für einen Paradigmenwechsel hin zu einem Ausbau der Gesundheitsförderung. Es sei wichtig, "dass es endlich in dieser Legislaturperiode zu einem Präventionsgesetz kommt", betonte Meyer. Darüber, das machte die Anhörung deutlich, wird im Parlament noch kontrovers diskutiert werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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