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Kurz rezensiert
Aschot Manutscharjan
Angelesen

In ihrer bemerkenswerten Studie analysiert die Politikwissenschaftlerin Katja Leikert die US-Sicherheitspolitik gegenüber Iran und Nordkorea. Die Autorin kann nachweisen, dass es der jeweils amtierenden Exekutive

allein durch ihre alarmistische Rhetorik gegenüber den beiden sogenannten "Schurkenstaaten" gelang, die sicherheitspolitische Lage als besonders bedrohlich erscheinen zu lassen. Gleichzeitig unterließ es die Regierung allerdings, eine stringente Verbindung zwischen ihrer aggressiven Rhetorik einerseits und ihrer politischen Strategie andererseits herzustellen. So blieb es der amerikanischen Öffentlichkeit letzlich verborgen, warum die Administrationen von Präsident Bill Clinton und George W. Bush gegenüber Iran eine Eindämmungspolitik be- trieben, während sie gegenüber Nordkorea auf Verhandlungen setzten. Leikert kommt zu dem Ergebnis, die beiden Präsidenten hätten durch ihre beinharte Rhetorik ihren sicherheitspolitischen Kurs innenpolitisch durchsetzen wollen.

Besonders spannend ist ihre Darstellung der Arbeit der israelnahen Lobbyisten, die die Iranpolitik der USA bestimmen.

Katja Leikert:

Zwischen Eindämmung und Diplomatie.

Nomos Verlag, Baden-Baden 2010; 285 S., 54 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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