Inhalt

Hans-Jürgen Leersch
Ölförderung steigt bis 2035

WIRTSCHAFT

Die vielfach behauptete Verknappung von Erdöl ist kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten. Unter Berufung auf eine Projektion der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) heißt es in der Antwort der Bundesregierung (17/4007) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/3765), die Förderung von Erdöl könne "bei optimaler Entwicklung und Produktion der Vorräte unter den heutigen Rahmenbedingungen bis 2035 gesteigert werden".

Damit widerspricht die Bundesregierung der in einer Studie der Bundeswehr aufgestellten Behauptung, der Zeitpunkt für das Maximum der globalen Ölförderung ("Peak-Oil") sei mit gewisser Wahrscheinlichkeit um das Jahr 2010 zu verorten. Die Arbeit an dieser Studie sei noch nicht abgeschlossen, teilt die Bundesregierung mit.

Eigene Prognosen zur Entwicklung des Erdölpreises will die Bundesregierung nicht erstellen. Sie verweist auf Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA). Die IEA erwarte, dass der Ölpreis bei Fortschreibung aktueller Trends bis zum Jahr 2035 auf 135 US-Dollar je Barrel steigt. Werde es durch "eine ambitionierte Klimapolitik" zu einer international geringeren Ölnachfrage kommen, gehe die IEA für das Jahr 2035 von realen Ölpreisen von 90 bis 113 US-Dollar je Barrel aus. Außerdem verweist die Bundesregierung darauf, dass sich die Weltmarkt-preise für Energieträger teilweise gegenläufig entwickelt hätten. Dies liege zum Beispiel an der steigenden Förderung von "unkonventionellem Erdgas" in den USA. Zu den Heizölpreisen erklärt die Bundesregierung: "Es ist aus heutiger Sicht nicht zwingend davon auszugehen, dass es aufgrund von Peak Oil zu einem überdurchschnittlichen Anstieg der Heizkosten kommen wird."

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag