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Helmut Stoltenberg
Historischer Besuch aus Rom

BUNDESTAG

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat die historische Bedeutung der für September geplanten Rede von Papst Benedikt XVI. vor dem Bundestag gewürdigt. Es gebe einen "ganz breiten Konsens" auch quer durch die Fraktionen, dass die "seltene und zu unser aller Lebzeiten vermutlich auch nicht wiederholbare Gelegenheit, einen deutschen Papst in der deutschen Hauptstadt begrüßen zu können, auch durch eine Einladung, vor dem Deutschen Bundestag zu sprechen, begleitet werden sollte", sagte Lammert am 12. März in einem Rundfunkinterview. Dass es wie immer bei Einladungen des Parlaments an Gäste - meistens Staatsoberhäupter -, vor dem Bundestag zu reden, neben viel Zustimmung auch kritische Einwände gebe, gehöre "zu den selbstverständlichen Begleiterscheinungen einer liberalen Gesellschaft".

Der Parlamentspräsident machte zugleich deutlich, von dem Deutschlandbesuch des Oberhauptes der katholischen Kirche auch ein Signal der Ökumene zwischen Katholiken und Protestanten zu erwarten. Mit Blick auf ein Schreiben Benedikt XVI. an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, sagte Lammert, er sei "außerordentlich froh und auch beeindruckt", dass der Papst selbst offenkundig die Initiative ergriffen habe, seinen Besuch zum Anlass zu nehmen, einen "starken ökumenischen Akzent zu setzen". Diese Überzeugung verbinde viele engagierte Katholiken und Protestanten miteinander, fügte Lammert hinzu und betonte unter Verweis auf den 2017 bevorstehenden 500. Jahrestag der Reformation:. "Kein anderes Land der Welt hat einen stärkeren Anlass, über Möglichkeiten der Überwindung der Kirchenspaltung nachzudenken, als das Land, in dem diese Kirchenspaltung stattgefunden hat".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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