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Jan Eisel
Wildtiere im Zirkusdienst

LANDWIRTSCHAFT Kennzeichnung von Katzen abgelehnt

Ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ist am Freitag im Bundestag gescheitert. Die Koalitionsfraktionen lehnten mit ihrer Mehrheit einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/2146, 17/5197) ab. Die Opposition votierte geschlossen für den Antrag.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte von der Bundesregierung ein Verbot von Wildtieren und nicht domestizierten Tierarten im Zirkus gefordert. Tiere, die in Zirkusbetrieben "bedürfnisangemessen" gehalten werden können, sollen in einer "Positivliste" zusammengefasst werden. In dieser Liste seien außerdem "verbindliche Regelungen" für die Haltung dieser Tiere festzuschreiben, die dann die Zirkusrichtlinien ersetzen können. Ausnahmen seien für Tiere zu machen, die nicht auf der Liste stehen, aber zum Zeitpunkt des Inkrafttretens in solchen Einrichtungen gehalten werden.

Die Fraktion weist auf das wachsende Bewusstsein der Deutschen hin, die Wildtierhaltung in Zirkuseinrichtungen ablehnen. Eine tiergerechte Haltung sei dort "grundsätzlich problematisch". Deshalb fordern die Abgeordneten die Bundesregierung auf, per Rechtsverordnung zu regeln, dass es feste, artengerechte Winterquartiere gibt, eine ausreichende tierärztliche Betreuung möglich ist und dass die für die Tiere verantwortlichen Personen ihre "Fachkunde und Zuverlässigkeit" mit einer Prüfung nachweisen können müssen.

In einem weiteren, von der Koalition abgelehnten Antrag (17/3653, 17/4491) forderte die SPD-Fraktion einen Regelungsvorschlag zur verpflichtenden Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von freilaufenden und verwilderten Katzen. Die unkontrollierte Fortpflanzung freilebender Katzen führt nach Ansicht der Sozialdemokraten zu unnötigem Tierleid, weil die Tiere unter tierschutzwidrigen Bedingungen leben würden und oftmals Überträger infektiöser Krankheiten seien. Viele Katzenbesitzer würden es versäumen, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Das Ergebnis sei ein unkontrollierter Anstieg der Population. Tierschutzverbände und Tierärzte würden eine Kastrationspflicht für Katzen befürworten, schreibt die Fraktion. Ein Antrag der SPD-Fraktion, Tierheime zu entlasten und einheitliche Regelungen zu schaffen (17/4851, 17/5198), wurde ebenfalls abgelehnt.

Ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/5047) für ein "lebenswertes Wohnumfeld von Anwohnern von Tierhaltungsanlagen" wurde an die zuständigen Ausschüsse überwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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