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Tatjana Heid
Gleiche Chancen angemahnt

BILDUNG II

Die Ergebnisse aus dem Nationalen Bildungsbericht 2010 standen bei einem öffentlichen Fachgespräch des Bildungsausschusses am vergangenen Mittwoch ebenso im Fokus wie Aussagefähigkeit und Methodik des Berichts (17/3400) an sich. Alle zwei Jahre gibt eine Gruppe von Wissenschaftlern darin einen Überblick über das Bildungswesen in Deutschland.

Jürgen Baumert vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung betonte, die Entwicklung im Bildungssystem sei in den vergangenen zehn Jahren in fast allen Gebieten positiv gewesen. So habe es Leistungsverbesserungen gegeben und eine Verkleinerung der Risikogruppe. Dennoch offenbare der Bericht Probleme, waren sich die Experten einig. "Die Chancengerechtigkeit ist noch nicht abgeschlossen", sagte Josef Erhard vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultur. Horst Weishaupt vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung sprach dabei besonders von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Diesem Sachverhalt müsse die Politik entschiedener begegnen, forderten die Experten.

Vor allem die SPD-Fraktion regte an, den Nationalen Bildungsbericht durch weitergehende Empfehlungen zu ergänzen. Der Vorschlag stieß bei den Sachverständigen jedoch auf Skepsis. Aufgrund der zahlreichen angesprochenen Themen würde es "willkürlich" wirken, bei allen auch eine Empfehlung zu geben, sagte Baumert.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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