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Hans-Jürgen Leersch
»Frauen auf dem Lande fördern«

Landwirtschaft

Die Agrarförderung in Deutschland soll geschlechtergerecht gestaltet werden. Die Linksfraktion fordert in einem Antrag (17/5477), der vom Bundestag am Freitag an die zuständigen Ausschüsse überwiesen wurde, das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) in der Politik für ländliche Räume und auch in der Agrarpolitik zu berücksichtigen. Bei Erarbeitung und Nutzung von Förderprogrammen soll eine substanzielle Gleichstellung zwischen Frauen und Männern verankert werden. Weiter fordert die Linksfraktion die Bundesregierung zur Vorlage eines Gesetzentwurfs auf, der Regelungen gegen die Lohndiskriminierung von Frauen in ländlichen Räumen enthalten soll. Außerdem wird die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns im Agrarbereich vorgeschlagen. Die Bundesregierung soll zudem Rahmenbedingungen schaffen, damit Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben mehr Verantwortung übertragen wird. Ziel sollte dabei sein, so erläutert die Fraktion, dass die Eigentumsanteile von Frauen in den Landwirtschaftsbetrieben erhöht werden. In Betrieben, die genossenschaftlich oder als juristische Personen organisiert sind, müsse der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöht werden. Die Linksfraktion schreibt in ihrem Antrag, immer noch würden vor allem junge Frauen die ländliche Räume verlassen und in städtische Siedlungsräume abwandern. "In den ländlichen Regionen ist die Abwanderung von Frauen zu einem der Schlüsselfaktoren geworden, die über die Zukunftsfähigkeit der Dörfer und kleinen Städte entscheiden", heißt es in dem Antrag der Linksfraktion. Daher müsse die Politik für die ländlichen Räume den Fokus auf die gezielte Verbesserung der Lebensverhältnisse der Frauen legen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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