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Alexander Heinrich
Festnahme nach vielen Jahren

SERBIEN

Nach jahrelangem Versteckspiel ist der mutmaßliche Kriegsverbrecher Ratko Mladic vergangenen Donnerstag in Serbien gefasst worden. "Damit ist eine schwere Bürde von Serbien genommen", sagte Staatspräsident Boris Tadic. Außerdem kündigte er die Auslieferung des früheren Kommandeurs der Armee der bosnischen Serben an das Haager UN- Kriegsverbrechertribunal an.

"Seine Festnahme ist eine sehr gute Nachricht für die Gerechtigkeit in Europa", sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in einer ersten Reaktion im Bundestag am vergangenen Donnerstag. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Mladic, dem unter anderem das Massaker von Srebrenica zur Last gelegt wird, könne jetzt zur Verantwortung gezogen werden. Serbien löse damit eine langjährige Forderung der Europäischen Union ein, sagte Westerwelle.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, die sich am Tag der Festnahme zu Gesprächen in der serbischen Hauptstadt Belgrad aufhielt, sprach von einem "wichtigen Schritt nach vorn für Serbien und die internationale Justiz". EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle sagte, dass nunmehr "ein großes Hindernis auf Serbiens Weg in die Europäische Union wurde beseitigt" worden ist. Mladic war nach Kriegsende 1995 untergetaucht. Zuletzt war ein Kopfgeld von zehn Millionen Euro auf ihn ausgesetzt, die USA hatten zusätzliche fünf Millionen Dollar ausgelobt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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