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Thomas Jansen
Ökumene ein »wichtiges Anliegen«

PAPST BENEDIKT XVI Lammert und Göring-Eckardt bereiten bevorstehenden Besuch vor

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat am 30. Mai mit Papst Benedikt XVI. bei einer Privataudienz im Vatikan über dessen Deutschlandreise im September gesprochen. Im Mittelpunkt des etwa halbstündigen Gesprächs im Apostolischen Palast standen der ökumenische Aspekt des Besuchs in Erfurt sowie die Rede des Papstes vor dem Bundestag. Er sei in seinem Eindruck bestätigt worden, dass Benedikt XVI. an dieser Reise ein "ausgeprägtes Interesse" habe und ihm die Ökumene ein "besonders wichtiges Anliegen" sei, das er mit seinem Besuch in Deutschland verdeutlichen möchte, sagte Lammert nach der Zusammenkunft in Rom. In dem Gespräch habe sich gezeigt, dass Benedikt XVI. mit dem Besuch des Augustinerklosters in Erfurt am 23. September nicht nur ein "demonstratives Zeichen" setzen wolle, sondern, dass es ihm um eine Begegnung "im Sinne einer Gesprächsmöglichkeit" gehe. Weiteres Thema des Gesprächs sei die "Erwartungshaltung" des Bundestages angesichts der für den 22. September vorgesehenen Papstrede vor dem Deutschen Bundestag gewesen, teilte Lammert mit; Details könne er der Öffentlichkeit jedoch nicht mitteilen.

Starker Akzent

Begleitet wurde Norbert Lammert von Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen). Er habe Göring-Eckardt gebeten ihn zu begleiten, "um auf diese Weise deutlich zu machen, dass auch und gerade aus der Perspektive des Bundestages sich ein sehr starker Akzent der Erwartung auf das Thema Ökumene richtet", sagte Lammert. Da Göring-Eckardt den Papst in ihrer Eigenschaft als Präses der EKD-Synode im Augustinerkloster in Erfurt begrüßen werde, sei dies "eine sehr passende Konstellation" gewesen, hob der Bundestagspräsident hervor.

Vize-Präsidentin Göring-Eckardt sagte in Rom nach dem Gespräch, es sei deutlich geworden, dass der Besuch des Papstes in Erfurt nicht nur ein Besuch im Land der Reformation sein werde, sondern auch ein Besuch in einer stark säkularisierten Region. Dies habe sich als "zweiter Schwerpunkt" herauskristallisiert. An diesem Ort in der ehemaligen DDR ein solches Signal zu setzen, sei "etwas sehr Besonderes", hob Göring-Eckardt hervor. Lammert und sie hätten im Gespräch mit dem Papst aus Deutschland "sehr deutlich zur Kenntnis genommen", dass das Kirchenoberhaupt von sich aus gesagt habe, er möchte der Ökumene einen größeren Raum einräumen. Dies sei ein "wichtiges Zeichen" für die Ökumene. Katrin Göring-Eckardt äußerte die Erwartung, dass es beim Papst-Besuch in Erfurt zu "sehr interessanten" katholisch-evangelischen Gesprächen kommen werde.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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