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Monika Pilath
Von »Ethik des Helfens« bis »Dammbruch«

DOKUMENTATION Die abschließende Aussprache im Bundestag zur Präimplantantionsdiagnostik in Zitaten

Knapp vier Stunden lang debattierten die Parlamentarier am vergangenen Donnerstag über das Für und Wider einer Zulassung der Präimplantationsdiagnostik. "Das Parlament" dokumentiert Zitate einiger Unterstützer der drei Gesetzentwürfe, die zur Abstimmung standen.

ZULASSUNGSBEFÜRWORTER

"Nicht eine Ethik der Strafe, sondern eine Ethik des Helfens macht unsere Gesellschaft menschlicher."

(, CDU)

"Wenn es mit der PID möglich ist, die Zahl von Spätabtreibungen auch nur zu reduzieren, dann ist das aller Ehren wert."

(, Die Linke)

"PID ermöglicht Kinder, die von einer bestimmen schweren genetischen Erkrankung nicht betroffen sein werden."

(, FDP)

"Die Schutzwürdigkeit des sogenannten werdenden Lebens steigt, je älter der Embryo wird, und nicht umgekehrt."

(, Grüne)

"Ich hätte, wenn ich von der schweren Behinderung meines Sohnes bereits zu einem frühen Zeitpunkt gewusst hätte, ohne jeden Zweifel mein Kind zur Welt gebracht, und ich würde es auch, weiß Gott, wieder tun."

(, SPD)

"Ein totes Kind ist eine Lebenskatastrophe, die niemals heilt."

(, CDU)

"Ich halte die Position, dass der Embryo schon ein Mensch ist, für eine religiöse Position, die ich persönlich nicht teile. Sie darf auch nicht Grundlage für unsere Gesetzgebung sein."

(, SPD)

VERBOTSBEFÜRWORTER

"Es ist nicht Alarmismus (...), wenn man die Möglichkeiten der Begrenzung der PID für äußerst fraglich hält."

(, SPD)

"PID bedeutet Selektion."

(, CSU)

"In Wirklichkeit ist in diesem Gesetz schon mehr als ein Dammbruch angelegt."

(t, Grüne)

"Es geht heute um die Ethik des Lebens."

(, CDU)

"Niemals darf die Anerkennung von Grundrechten durch Gesundheit oder bestimmte Entwicklungsstufen begründet sein."

(, FDP)

"Ich habe da als Gesundheitspolitikerin ganz massive Bauchschmerzen."

(, Linke)

KOMPROMISSBEFÜRWORTER

"Wir wollen nicht, dass darüber entschieden wird, ob ein Leben gelebt werden darf. Aber wir akzeptieren die Tatsache, dass in einem Embryo die Entscheidung bereits getroffen ist, dass er nicht leben kann."

(, SPD)

"Bei dieser Frage geht es nicht um Selektion oder um den Lebenswert, sondern es geht um Lebensfähigkeit. Diese Frage (...) muss dieses Hohe Haus (...) beantworten."

(, FDP)

Aus Politik und Zeitgeschichte

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