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Chronik der Teilung 1
Alexander Heinrich/Jörg Müller-Brandes/Verena Renneberg
Chronik der Teilung 1

12.9.1944 Die USA, die Sowjetunion und Großbritannien beschließen in London, Deutschland nach der bedingungslosen Kapitulation in drei Besatzungszonen aufzuteilen. Berlin, so heißt es in dem ersten von insgesamt drei sogenannten Zonenprotokollen, soll "gemeinsam von den drei Mächten besetzt" werden. 1945 kommt Frankreich als vierte Macht hinzu.

4.-11.2.1945 Auf der Konferenz von Jalta beschließen die alliierten Staatschefs Winston Churchill (Großbritannien), Franklin D. Roosevelt (USA) und Josef Stalin (UdSSR), (v.l.n.r.) die Aufteilung Deutschlands und die Machtverteilung in Europa nach Kriegsende.

8.5.1945 Ende des Zweiten Weltkrieges.

5.6.1945 Die Oberbefehlshaber der Vier Mächte übernehmen durch die Berliner Erklärung die oberste Regierungsgewalt in Deutschland. Für Groß-Berlin erfolgt eine gemeinsame Besetzung der Alliierten und die Einrichtung der Alliierten Kommandantur für die Verwaltung des Stadtgebietes.

ab 1.7.1945 Entsprechend den Vereinbarungen mit Moskau ziehen sich die westalliierten Truppen aus Mecklenburg, Sachsen und Thüringen zurück und übernehmen im Gegenzug die West-Sektoren in Berlin.

30.6.1946 Die Demarkationslinie zwischen sowjetischer Besatzungszone (SBZ) und den westlichen Zonen wird auf Verlangen der sowjetischen Militäradministration gesperrt.

24.6.1948 Die Sowjetunion reagiert auf die Währungsreform der drei West-Sektoren mit der Berlin-Blockade. Damit will sie den Rückzug der Westalliierten aus Groß-Berlin erzwingen und ihren Anspruch auf das gesamte Stadtgebiet demonstrieren.

25.6.1948 West-Berlin wird über eine Luftbrücke versorgt. Anfangs ging man von 750 Tonnen Fracht pro Tag aus. Einen Monat später sind es schon mehr als 2.000 Tonnen pro Tag - vor allem Baustoffe, Lebensmittel, Brenn- und Treibstoff sowie Medikamente. Neben Briten und US-Amerikanern sind auch kanadische, südafrikanische, australische und neuseeländische Piloten im Einsatz. Am 12. Mai 1949 endet die Blockade.

23.5.1949 Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

7.10.1949 Gründung der Deutschen Demokratischen Republik.

10.3.1952 Erste Stalin-Note. Moskau bietet den Westmächten Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands an. Bundeskanzler Konrad Adenauer, die westdeutsche Öffentlichkeit und die Westmächte lehnen die Note als Störmanöver ab, mit dem Stalin die Westintegration der Bundesrepublik Deutschland behindern wolle.

26.5.1952 Schließung der Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland und zwischen der DDR und West-Berlin. Nur die Sektorengrenzen innerhalb Berlins sind frei passierbar.

17.6.1953 Volksaufstand in der DDR. Er erfasst neben Ost-Berlin mehr als 400 Orte. Landesweit beteiligen sich mehr als 500.000 Menschen. Ursachen sind vor allem die Unzufriedenheit mit der SED und die Erhöhung der Arbeitsnormen. Mit Hilfe der Volkspolizei schlägt das sowjetische Militär die Erhebung blutig nieder.

8.-14.9.1955 Auf Einladung der sowjetischen Regierung reist Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) nach Moskau. Zuvor war der Kontakt zum Kreml ausschließlich über die alliierten Westmächte erfolgt. Adenauer erreicht die Freilassung der verbliebenen fast 10.000 deutschen Kriegsgefangenen.

23.10.1956 Ungarischer Volksaufstand gegen die kommunistische Diktatur und die sowjetische Besatzungsmacht. Am 4. November 1956 wird der Aufstand von der Sowjetarmee niedergeschlagen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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