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Chronik der Teilung 2
Alexander Heinrich/Jörg Müller-Brandes/Verena Renneberg
Chronik der Teilung 2

15.6.1961 DDR-Staatschef Walter Ulbricht versichert auf die Frage nach der Staatsgrenze in Berlin: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen". Von einer Mauer war bis dahin nie die Rede gewesen.

13.8.1961 Die DDR schließt die Sektorengrenze um West-Berlin; Beginn des Mauerbaus.

26.8.1961 Alle Grenzübergänge (bis auf den Bahnhof Friedrichstraße) werden für die Einwohner West-Berlins geschlossen.

25.10. - 28.10.1961 Die DDR verwehrt den westlichen Alliierten am Übergang Friedrichstraße ("Checkpoint Charlie") den Zugang nach Ost-Berlin. Am 27.10. stehen sich hier für 16 Stunden je 30 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber.

19.6.1962 DDR-Grenztruppen beginnen mit dem Bau der Hinterlandmauer. Zwischen ihr und der eigentlichen Mauer entsteht der bis zu 100 Meter breite Todesstreifen.

14.10.-27.10.1962 Mit der Kuba-Krise erreichen der Kalte Krieg und das Wettrüsten zwischen USA und Sowjetunion einen neuen Höhepunkt. In diesen 13 Tagen rückt die Welt an den Rand eines Atomkriegs. Letztendlich zieht die Sowjetunion ihre Mittelstreckenraketen von Kuba ab.

26.6.1963 US-Präsident John F. Kennedy besucht West-Berlin. Es ist der erste Besuch eines US-Präsidenten nach dem Mauerbau. In seiner Rede vor dem Schöneberger Rathaus bekundet er den West-Berlinern seine Solidarität: "Ich bin ein Berliner!"

15.7.1963 Egon Bahr, unter dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt (SPD) Sprecher des Berliner Senats, schlägt in der Evangelischen Akademie Tutzing einen "Wandel durch Annäherung" gegenüber Ostblock und DDR vor. Später wird diese Rede als Beginn der SPD-Ostpolitik gelten.

17.12.1963 Das erste Passierscheinabkommen ermöglicht den West-Berlinern erstmals wieder den Besuch ihrer Ost-Berliner Verwandten über Weihnachten und Neujahr.

5.1.1968 In der Tschechoslowakei wird Alexander Dubcek zum Ersten Sekretär der KP gewählt. Sein Reformkonzept eines "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" begründet den "Prager Frühling". Dieser wird mit dem Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts in der Nacht zum 21. August 1968 niedergeschlagen.

21.10.1969 Der Bundestag wählt Willy Brandt zum Bundeskanzler.

19.3.1970 Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen: In Erfurt trifft Brandt den DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph. Dieser fordert die Aufnahme völkerrechtlicher Beziehungen zwischen DDR und BRD als voneinander unabhängigen, souveränen Staaten. Brandt hingehen besteht auf besonderen innerdeutschen Beziehungen.

12.8.1970 Im Kreml schließen die Sowjetunion und die Bundesrepublik den Moskauer Vertrag: Beide Staaten wollen künftig die Grenzen aller Staaten Europas achten, einschließlich der Oder-Neiße-Linie und der Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik.

7.12.1970 Polen und die Bundesrepublik schließen den Warschauer Vertrag zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Bonn erkennt die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens an. Willy Brandt gedenkt mit einem Kniefall der Opfer des Warschauer Ghettos.

3.5.1971 Erich Honecker wird als Nachfolger von Walter Ulbricht Erster Sekretär (ab 1976 Generalsekretär) des ZK der SED.

3. 9.1971 Die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion unterzeichnen das Viermächte-Abkommen über Berlin. Darin werden die Grundlagen zum Rechtsstatus der geteilten Stadt, dem Verhältnis West-Berlins zur Bundesrepublik sowie der Zugang zu West-Berlin festgelegt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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