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Chronik der Teilung 4
Alexander Heinrich/Jörg Müller-Brandes/Verena Renneberg
Chronik der Teilung 4

11.3.1985 Michail Gorbatschow wird zum Generalsekretär der KPdSU gewählt.

7.-11.9.1987 Als erster DDR-Staatschef besucht Honecker die Bundesrepublik.

2.5.1989 Ungarn beginnt, die Grenzanlagen zu Österreich abzubauen.

7.5.1989 Kommunalwahlen in der DDR. 98,85 Prozent für die Einheitsliste lautet das Ergebnis. In Ost-Berlin und anderen Städten wird fortan am 7. jeden Monats gegen die offensichtliche Wahlfälschung demonstriert.

27.6.1989 Ungarns Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock durchschneiden symbolisch ein Stück des ungarischen Grenzzauns. In den folgenden Monaten flüchten Tausende DDR-Bürger über Ungarn in den Westen.

7.7.1989 Der Warschauer Pakt widerruft die Breschnew-Doktrin der begrenzten Souveränität der Mitgliedsstaaten.

31.7.1989 In mehreren diplomatischen Vertretungen Bonns im Ostblock halten sich Ende Juli mehr als 150 DDR-Bürger auf, um ihre Ausreise zu erreichen. In der Folgezeit werden mehrmals westdeutsche Vertretungen wegen Überfüllung geschlossen.

4.9.1989 Nach dem Friedensgebet in der Leipziger Nikolai-Kirche beteiligten sich etwa 1.200 Menschen an der Montagsdemonstration. Ihre Zahl nimmt in späteren Wochen massiv zu.

9./10.9.1989 30 Mitglieder der unabhängigen DDR-Friedensbewegung unterzeichnen den Gründungsaufruf des "Neuen Forum". In der Folgezeit treten weitere Oppositionsgruppen an die Öffentlichkeit.

30.9.1989 Bonns Außenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet in Prag die Ausreiseerlaubnis für die Botschaftsbesetzer.

7.10.1989 40. Jahrestag der DDR-Gründung. Staatsgast Gorbatschow wird der Satz zugesprochen: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

9.10. 1989 "Tag der Entscheidung" in Leipzig; rund 70.000 Menschen demonstrieren. Befürchtete gewaltsame Auseinandersetzungen mit aufmarschierten Kräften von Stasi und Volkspolizei bleiben aus.

18.10.1989 Das ZK der SED enthebt Honecker seines Amts als Generalsekretär und wählt Egon Krenz zum Nachfolger.

4.11.1989 In Ost-Berlin demonstrieren rund eine Million Menschen für Reformen.

9.11.1989 Mauerfall. Politbüro-Mitglied Günter Schabowski kündigt vor der Presse die kurzfristige Erteilung von Visa an. Ein Massenandrang Ost-Berliner Bürger an den Grenzübergängen erzwingt am Abend deren Öffnung.

27.11.1989 Kohl stellt ein "Zehn-Punkte-Programm" zur Erlangung der Einheit vor.

1.12.1989 Die Volkskammer streicht die führende Rolle der SED aus der Verfassung. Zwei Tage später treten ZK und Politbüro der SED mit Krenz an der Spitze zurück.

18.3.1990 Erste freie Volkskammer-Wahl, Sieg der "Allianz für Deutschland": Lothar de Maizière (CDU) wird Regierungschef.

1.7.1990 Währungsunion. Die D-Mark wird in der DDR alleiniges Zahlungsmittel.

23.8.1990 Die DDR beschließt den Beitritt "zum Geltungsbereich des Grundgesetzes".

20.9.1990 Volkskammer und Bundestag billigen den deutsch-deutschen Einigungsvertrag. Acht Tage zuvor war der Zwei-plus-Vier-Vertrag mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs unterzeichnet worden.

3.10.1990 Nach Jahrzehnten der Teilung ist Deutschland wiedervereint.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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