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Verena Renneberg
Energiewende: Kosten steigen

ATOMAUSSTIEG

"Das Hohe Haus wird heute nach mindestens 30-jähriger, kontroverser, zum Teil unversöhnlicher Debatte in unserem Land über die Energiepolitik einen energiepolitischen Konsens beschließen." Das sagte Umweltminister Norbert Röttgens (CDU), als der Bundestag am 30. Juni das Gesetzespaket zur Energiewende verabschiedete. "Historisch" nannte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) diesen Donnerstag.

"Kostspielig" lautet das Resümee einer aktuellen Studie gut einen Monat später. Der Strompreis werde für Industriekunden bis 2023 um 41 Prozent im Vergleich zu 2010 ansteigen. Ohne Atomausstieg hätte der Anstieg demnach nur 26,5 Prozent betragen, so das Ergebnis einer von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in Auftrag gegebenen Studie des Prognos-Instituts.

Am Terminmarkt der Leipziger Strombörse kostete eine Megawattstunde zur Zeit rund 57 Euro - sieben Euro mehr als vor dem Einstieg in den Atomausstieg. Tendenz: steigend. Experten gehen bereits davon aus, dass der Preis noch weiter, auf bis zu 70 Euro pro Megawattstunde, klettern werde. Die Investitionskosten der Energiewende schätzt die KfW-Bankengruppe auf rund 250 Millionen Euro. Ihr Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schröder nennt die Umsetzung der Energiewende bis 2022 ein "verdammt anspruchsvolles Ziel".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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