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»Sprache ist der Schlüssel«

Michael Frieser (CDU/CSU)

Meine Aufgabe als Integrationsbeauftragter der Unionsfraktion sehe ich vor allem in zwei Punkten: Zum einen müssen wir unsere Integrationsbemühungen stärker an ihrer Praxistauglichkeit messen. Zum anderen möchte ich werben, dass gerade wir in der Union noch stärker auf die Migranten zugehen und Integration als genuin konservatives Thema begreifen. Es muss unsere Aufgabe in der Union sein, Migranten bei einer schnellen und nachhaltigen Integration zu fördern und zu fordern, damit sich unser Land nicht in eine Reihe von Parallelgesellschaften aufspaltet. Sprache ist hier der Schlüssel. Nur durch das Erlernen der deutschen Sprache können Mi-granten Zugang zu unserer Lebensweise, aber auch ganz konkret zu Behörden und Nachbarn finden.

Die Integration von Migranten ist eine gesellschaftspolitische Querschnittsaufgabe, die nur von allen Menschen gemeinsam geleistet werden kann. Wir wollen Integration, ohne die Wurzeln zu kappen. Wir sagen ja zur Förderung der Integration, aber wir fordern sie auch. Wir müssen gleichberechtigt daran arbeiten, mit den Zuwanderern und ihren Organisationen grundsätzliche Fragen lösungsorientiert und ohne verschämte Verklausulierungen zu diskutieren. Dazu zählt die Teilhabe von Mädchen und Frauen ebenso wie das innere Bekenntnis zu unserer Verfassung und Werteordnung.

Bei den Diskussionen um Integration müssen wir davon wegkommen, immer nur über den Islam zu sprechen. Spätaussiedler wie die Russlanddeutschen sind ebenfalls eine bedeutende Gruppe, mit denen wir uns ebenso intensiv beschäftigen müssen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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