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»Missstände klar benennen«

Serkan Tören (FDP)

Politische Debatten und Programme zum Thema richten sich oftmals an zwei Polen aus. Häufig wird "der Migrant" als potenzielle Belastung für unsere sozialen Sicherungssysteme oder gar als Gefahr für die innere Sicherheit dargestellt. Andere sehen Migranten als Förderobjekt, das stets besonderer Hilfestellungen bedarf. Ich halte beide Herangehensweisen für falsch. Wir wissen um die sehr verschiedenen Lebenslagen der Migranten. Liberalismus gründet sich nicht auf Gruppenrechte. Mitglieder von Migrantengruppen verdienen es, als Individuen gleich behandelt zu werden, nicht als Mitglieder von kulturellen Gemeinschaften. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was einer kann und erreichen möchte, und nicht auf Herkunft oder Glaube. Die FDP hat Missstände stets klar benannt sowie Grenzen formuliert. So beim Thema Zwangsheirat oder Missbrauch von Transferleistungen. Gleichzeitig gilt es aber aufzuzeigen, dass Integration bei dem Gros der hier lebenden Migranten gelungen ist, und wir in unser aller Interesse weitere Chancen ermöglichen müssen. So etwa klare Zuwanderungskriterien, beschleunigte Einbürgerung für besondere Integrationsleistungen oder die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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