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Helmut Stoltenberg
Neuer Anlauf für Homo-Ehe

RECHT Unionsfraktion lehnt Gleichstellung klar ab

Gleichgeschlechtlichen Paaren soll nach dem Willen der Grünen-Fraktion das Recht auf Eheschließung zugestanden werden. Zahlreiche Länder hätten schon die Ehe für solche Paare geöffnet, sagte der Grünen-Abgeordnete Volker Beck am vergangenen Mittwoch im Bundestag bei der ersten Lesung eines entsprechenden Gesetzentwurfes seiner Fraktion (17/6343). In Deutschland seien die Menschen inzwischen überwiegend für einen solchen Schritt.

Während SPD-, FDP- und Linksfraktion in der Debatte das Anliegen unterstützten, betonte die CDU-Parlamentarierin Ute Granold, es werde "dabei bleiben, dass die Ehe, also die Verbindung von Mann und Frau, für die Union privilegiert ist und bleibt". Ihr CSU-Kollege Norbert Geis ergänzte, die Ehe könne mit einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft "nie gleichgesetzt" werden. Man habe seit mehr als 2.000 Jahren "in unserer Kultur die Vorstellung, dass eine Ehe aus Mann und Frau besteht".

Dagegen beklagte die SPD-Abgeordnete Sonja Steffen, die gegenwärtige Praxis diskriminiere Homosexuelle und sei nicht mehr zeitgemäß. Für die Linksfraktion mahnte ihre Parlamentarierin Barbara Höll, alle Menschen müssten "gleiche Rechte haben, so auch das Recht auf Eheschließung". Der FDP-Abgeordnete Stephan Thomae versicherte: "Wir arbeiten weiter an der völligen Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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