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Die Linke will Karte bremsen

GESUNDHEIT

Die Fraktion Die Linke fordert die Bundesregierung auf, die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vorerst zu stoppen. Zunächst müsse sichergestellt sein, dass "weder Kostenträger, noch staatliche Stellen, Industrieunternehmen oder andere ‚Dritte' auf die sensiblen Gesundheitsdaten zugreifen können", die auf der Karte abgespeichert werden können, verlangen die Abgeordneten in einem Antrag (17/7460), der am vergangenen Donnerstag im Bundestag in erster Lesung behandelt wurde. Die Freiwilligkeit der Nutzung aller über die Identifikation der Karteninhaber hinausgehenden Funktionen müsse auf Dauer gewährleistet sein. "Die Versicherten müssen die Verfügungsgewalt über ihre Daten haben und behalten", schreibt die Fraktion.

Die Antragsteller betonen, sie begrüßten die Perspektiven, die sich aus dem Einsatz der Telematik im Gesundheitswesen für eine Verbesserung der Versorgung und der Abläufe ergeben. Das Gesamtkonzept, das hinter der elektronischen Gesundheitskarte steht, gehe jedoch über das Ziel hinaus, Daten ohne Schwierigkeiten auf sicherem Weg austauschen zu können. Nach Angaben der Linksfraktion sieht das Konzept eine bundesweit über alle Anwendungen hinweg einheitliche Speicherung und Nutzung diverser Funktionen wie des elektronischen Rezepts und der elektronischen Patientenakte vor. Problematisch sei dies insbesondere dann, wenn der Austausch sensibler Gesundheitsdaten "mit einer hinterlegten zentralen Serverlösung vorgesehen wird".

Die Koalition will die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte forcieren. Gesetzliche Krankenkassen, die diese bis Ende des Jahres 2012 nicht an mindestens 70 Prozent ihrer Versicherten ausgegeben haben, sollen ihre Verwaltungskosten im Jahr 2013 nicht erhöhen dürfen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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