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Götz Hausding
Abschied von 31 Kasernen

VERTEIDIGUNG

Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Bundeswehr. Das machte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am vergangenen Mittwoch vor dem Verteidigungsausschuss deutlich, als er Details der geplanten Reform der Streitkräfte erläuterte. Das Stationierungskonzept sieht die Schließung von 31 der insgesamt 328 Bundeswehrstützpunkte vor. Weitere 33 Standorte werden auf weniger als 15 Dienstposten verkleinert und gelten damit nicht mehr als Standort. Insgesamt werde die Bundeswehr in Deutschland künftig an 264 Standorten stationiert sein, sagte de Maizière. Unter den zu schließenden Kasernen sind sechs mit mehr als 1.000 Dienstposten, die sich alle in den alten Ländern befinden. Die meisten Schließungen betreffen Schleswig-Holstein, wo es künftig acht Standorte weniger geben soll.

Die Reform der Bundeswehr sei ein "gelungenes und kluges Gesamtkonzept", lobte Ernst Reinhard Beck (CDU) das Vorhaben. Auch wenn in den jeweiligen Einzelfällen die Schließungen schmerzhaft seien, habe der Minister "das Beste aus der Situation gemacht", sagte er. Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold räumte ein: "Das Bemühen des Verteidigungsministers, Bundeswehrstandorte in der Fläche zu erhalten, ist zu erkennen." Auch seine Ankündigung "Ausdünnung geht vor Schließung" habe er weitgehend eingehalten, was die SPD "ausdrücklich begrüßt". Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, betonte, es sei wichtig, "dass nach einer Phase großer Unsicherheit in der Truppe nun Klarheit über die Standorte herrscht - auch wenn die Einschnitte zum Teil hart sind".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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