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VOR 10 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Die letzte Mark

31.12.2001: Euro in den Startlöchern

Nach 53 Jahren war Schluss. Das Symbol des Wirtschaftswunders, die harte Währung Deutschlands - nicht mehr wert als rund 51 Cent. Viele wurden sentimental am 31. Dezember 2001, dem Tag, an dem das letzte Stündlein der D-Mark schlug.

Das Ende war von langer Hand geplant. Bereits am 23. April 1998 stimmte der Bundestag nach siebenstündiger Debatte für den Euro als neue Gemeinschaftswährung. 1999 wurde das Aus für die D-Mark sozusagen greifbar: Am 17. Dezember wurden Münzhaushaltsmischungen - neudeutsch "Starter-Kits" - ausgegeben: Plastiktütchen mit Euro-Münzen im Wert von 10,23 Euro, Kaufpreis 20 D-Mark. Gesetzlich wurde das Ende der Mark schon im Vormonat beschlossen: Das D-Mark-Beendigungsgesetz, das der deutschen Währung ihre Eigenschaft als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel zum 31. Dezember 2001 nehmen sollte, passierte das Parlament. Die Mark teilte an diesem Silvestertag ihr Schicksal mit elf weiteren europäischen Landeswährungen, die dem Euro weichen mussten.

Doch verschwand die D-Mark nicht über Nacht aus den Geldbeuteln. Zwar folgten viele Deutsche der Aufforderung "Her mit den Schlafmünzen" einer gleichnamigen Medienkampagne, die Mitte 2001 startete, und brachten bis Jahresende Münzen im Wert von 11,6 Milliarden D-Mark zu ihren Banken. Ihre letzte Mark konnten die Bürger auch während einer zweimonatigen Übergangszeit, in der Barzahlungen mit Euro und D-Mark möglich waren, bis 28. Februar 2002 loswerden. Wer übrigens noch "Schlafmünzen" hat: Die Filialen der Deutschen Bundesbank tauschen D-Mark-Bestände noch immer in Euro um.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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