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Götz Hausding
Schwierige Finanzierung

INTERNET-ENQUETE

Bei den Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Up-Unternehmen gibt es in Deutschland Nachholbedarf. Zu dieser Einschätzung gelangten mehrere Experten während einer Anhörung der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" in der vergangenen Woche. Für eine "nachhaltige Förderung von risikokapitalfinanzierten Finanzierungsmodellen" sprach sich Heiko Hebig von der Spiegelnet GmbH aus. Mit den in Deutschland zumeist üblichen Bankkrediten sei Start-Up-Unternehmern oftmals nicht geholfen, da deren Geschäftsmodelle für derartige Kredite nicht geeignet seien, betonte Tom Kirschbaum, Mitgründer der Penelope Ventures GmbH. Durch Venture-Capital-Gesellschaften vergebenes Risikokapital dürfe man daher "nicht verteufeln", forderte er.

In Frankreich habe man positive Erfahrungen mit Steuererleichterungen für Wohlhabende, die in Wagniskapitalmodelle investieren, gemacht, sagte Frederic Hanika von der Software AG. Dadurch hätten sich mehr Wagniskapitalfonds gegründet, wodurch die Finanzierung von Start-Up-Unternehmen einfacher geworden sei. Schwieriger als ein Start-Up-Unternehmen zu gründen, so Hanika weiter, sei jedoch der Schritt zu einem "großen Unternehmen". Dafür bedürfe es eines hohen Vermarktungsaufwandes, betonte er. Dies sei oft teurer als die eigentliche Entwicklung.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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