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Kurz notiert

Kosten im Bundeshaushalt

Mit 126 Milliarden Euro ist der Etat des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) der größte Einzelposten im Bundeshaushalt 2012. Innerhalb dieses Etats wiederum machen die Zuschüsse an die Rentenversicherung den mit Abstand größten Posten aus: Rund 81 Milliarden Euro sind im nächsten Jahr zur Finanzierung der Renten vorgesehen.

Rentenniveau

Das Rentenniveau beschreibt das prozentuale Verhältnis der Nettorente eines Standardrentners (nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst) gegenüber dem jeweils aktuellen Nettoverdienst eines Durchschnittsverdieners. Im Jahr 2010 lag das Rentenniveau nach einer Statistik der Rentenversicherung bei 51,6 Prozent. 1990 waren es noch 55 Prozent. Nach Angaben des BMAS wird dieses Niveau bis zum Jahr 2025 auf 45,2 Prozent sinken; es soll jedoch laut Gesetz ab 2021 die Marke von 43 Prozent nicht unterschreiten.

Rentenformel

Die Höhe der Rente wird mit der Rentenformel ausgerechnet. Diese lautet: persönliche Entgeltpunkte x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert = Monatsrente. Dabei spiegelt sich die Zahl der persönlichen Entgeltpunkte wider, in welchem Umfang der Einzelne versichert war. Über den Rentenartfaktor kommt zum Ausdruck, ob es sich um eine Alters-, Erwerbsminderungs-, Witwen- oder Waisenrente handelt. Der aktuelle Rentenwert ist ein bestimmter Betrag in Euro. Er entspricht der Monatsrente, die ein Durchschnittsverdiener für ein Jahr Beiträge erhält. Der aktuelle Rentenwert West liegt bei 27,47 Euro, der aktuelle Rentenwert Ost ist 24,37 Euro.

Rentenbeitrag und -höhe

Der Beitrag, den Arbeitnehmer von ihrem Gehalt in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, liegt derzeit bei 19,9 Prozent. Die Standardbruttorente ("Eckrente") eines Versicherten, der 45 Jahre lang Rentenbeiträge auf der Basis des Durchschnittsverdienstes gezahlt hat, betrug nach aktuellen Zahlen der Rentenversicherung im Juli 2011 in den alten Bundesländern 1.236 Euro, in den neuen Bundesländern 1.096 Euro monatlich.

Renteneintrittsalter und -dauer

1997 lag das durchschnittliche Alter, in dem Menschen in Rente gehen, bei 62 Jahren. Bis 2009 ist es um ein Jahr auf 63 Jahre gestiegen. Waren im Jahr 2000 nur rund zehn Prozent der Neu-Rentner 65 Jahre, ist deren Anteil 2009 auf knapp 30 Prozent gestiegen. Im Jahr 2009 bezogen Frauen durchschnittlich 20 und Männer 16 Jahre lang Rente. 1960 waren dies noch 10 beziehungsweise 9 Jahre und im Jahr 1990 schon 17 beziehungsweise 14 Jahre.

Demografischer Wandel

Heute leben 82 Millionen Menschen in Deutschland, davon sind 20 Millionen Rentner. Aber während 1960 nur zwölf Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter waren, trifft dies gegenwärtig mit 16,8 Millionen bereits auf 21 Prozent der Einwohner zu. Schon heute leben mehr Menschen über 65 Jahre als Jüngere im Alter bis unter 20 Jahre in Deutschland. Im Jahr 2030 wird Deutschland voraussichtlich noch 79 Millionen Einwohner haben, von denen 28 Prozent 65 Jahre oder älter sind.

Ältere Arbeitnehmer

2009 lag die Erwerbstätigenquote der 55-60-Jährigen bei 70 Prozent und jene der 60- bis 65-Jährigen bei 38, 4 Prozent. Ab dem 63. Lebensjahr fällt die Quote allerdings deutlich ab. Von den 64- bis unter 65-Jährigen arbeiten nur noch 22,3 Prozent (Altersteilzeit eingeschlossen). Im Jahr 2005 waren es nur 14,7 Prozent.

Ost-West-Berechnung

Das Rentenüberleitungsgesetz (RÜG) von 1991 regelt die Überführung des DDR-Rentensystems auf das bundesdeutsche Modell. Dazu gehört, dass die versicherten Bruttoeinkommen der DDR nach einem bestimmten festgelegten Faktor (im Schnitt: mal drei) hochgewertet wurden, um die Einkommensunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland auszugleichen. Bis heute werden ostdeutsche Einkommen auf diese Weise höher gewertet, offiziell so lange, bis die Einkommensunterschiede angeglichen sind. Bei gleichem Verdienst erwirbt ein ostdeutscher Arbeitnehmer aus diesem also mehr Rentenansprüche als sein westdeutscher Kollege. Das allein führt jedoch nicht automatisch zu einer höheren Rente.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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