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Jan Eisel
Debatte um Glyphosat

VERBRAUCHERSCHUTZ

Den Herbizidwirkstoff Glyphosat will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hinsichtlich seiner Risiken neu bewerten. Der Bundestag debattierte vergangenen Donnerstag einen entsprechenden Antrag (17/7982), der unabhängig von einer Neubewertung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel ein Anwendungsverbot im Kleingartenbereich durchsetzen soll. "Im Pflanzenschutzgesetz wird die Erlaubnis, Gifte - nichts anderes sind Pflanzenschutzmittel - in die Umwelt auszubringen, an den Beleg einer Sachkunde gebunden", sagte Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen). Doch "Hobbyanwender" müssten diesen Beleg nicht vorweisen. Aus diesem Grund forderte Ebner rasches Handeln, denn Glyphosat stehe im Verdacht, die Embryonalentwicklung zu stören. Alois Gering (CDU/CSU) räumte ein, dass Pflanzenschutzmittel keine gewöhnlichen Gebrauchsgüter seien, kritisierte aber, dass "das Gefahrenpotenzial bewusst genutzt wird, um Ängste zu schüren." Gering lehnte "Schnellschüsse" ab, denn es würden keine Hinweise vorliegen, dass Glyphosat entwicklungstoxische Wirkungen aufweise. Eva Drobinski-Weiß (SPD) sprach sich hingegen für eine Neubewertung von Glyphosat aus, die "dringend" erforderlich sei. Auch Kirsten Tackmann (Die Linke) forderte, Glyphosat für Gärten zu verbieten, sah aber für die Landwirtschaft keine "unbedenklichere" Alternative. Auch Christel Happach-Kasan (FDP) sprach sich bei sachgerechter Anwendung für Glyphosat aus, weil der Stoff wenig umweltbelastend sei. Der Antrag wurde an die Ausschüsse überwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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