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Annette Sach
Forschung im Aufwind

BILDUNG Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit 2011

Über eines waren sich Regierung und Opposition einig: Innovation und Forschung in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren entscheidend verbessert. Umstritten ist jedoch, mit welchen Instrumenten die Forschungsförderung in den nächstten Jahren weiterentwickelt werden soll. Das zeigte sich auch in der Debatte am vergangenen Freitag, bei der das Gutachten einer sechsköpfigen Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) diskutiert wurde. Die EFI legt seit 2008 jährlich ein Gutachten zur Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland vor, zu dem die Bundesregierung jetzt in einem Bericht (17/8226) Stellung bezogen hat.

"Die Bundesrepublik hat ein äußerst erfolgreiches Modell entwickelt", lobte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Thomas Rachel (CDU), und nannte eine Reihe beeindruckender Zahlen: So habe der Bund von 2005 bis 2011 mit 12,8 Milliarden Euro 42 Prozent mehr Mittel in Forschung und Entwicklung investiert, sagte er. Auch Martin Neumann (FDP) hob hervor, dass man in Deutschland trotz Finanzkrise von Höchst- und Spitzentechnologien profitiert habe.

Die Opposition kritisierte, dass sich die Regierung nicht ausreichend mit den kritischen Anmerkungen der Wissenschaftler auseinandergesetzt haben. Für die Linke stellte Petra Sitte zufrieden fest, dass die Wissenschaftler "kein Gefälligkeitsgutachten aufgelegt und nur eitel Freude bereitet" hätten. Der Sozialdemokrat René Röspel warf der Regierung vor, dass sie sich nicht ausreichend von außen beraten lasse. Auch die Grünen übten Kritik. Christa Sager monierte, dass die Regierung das Gutachten "nur äußerst selektiv" zur Kenntnis genommen habe.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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