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Kurz notiert

Deutsche Banken brauchen 13,1 Milliarden Euro

Die deutschen Banken müssen sich 13,1 Milliarden Euro zusätzliches Kapital besorgen, um die Anforderungen für einen besseren Schutz vor Krisen zu erfüllen. In Europa sind es sogar 115 Milliarden Euro, die den Instituten fehlen. Das Eigenkapital ist die finanziele Basis eines jeden Unternehmens und soll es gegen konjunkturelle Schwankungen und Risiken absichern. Es wird immer im Verhältnis zur Bilanzsumme berechnet, so dass eine Absenkung der Bilanzsumme zum gewünschten Ergebnis einer höheren Eigenkapitalquote führen könnte. Dafür müssten die Banken weniger Kredite vergeben oder Kreditpakete an ausländische Banken verkaufen. Einschränkungen bei der Kreditvergabe könnten jedoch die Konjunktur abbremsen.

Verzicht auf Ausschüttung von Dividenden

Eine andere Möglichkeit wäre, keine Dividenden mehr auszuschütten und statt dessen mit den Gewinnen das Eigenkapital zu stärken. Dies hat die Commerzbank angekündigt. Die Aktien sinken aber in der Gunst vieler Anleger, wenn keine Dividenden ausgeschüttet werden. Die Folge können Kursverluste sein. Eine weitere Möglichkeit wäre der Verzicht auf komplette Geschäftsteile einer Bank. So war bei der Commerzbank im Gespräch, dass sie sich von ihrer Tochtergesellschaft Eurohypo, die Pfandbriefe mit Staatspapieren und Hypotheken herausgibt, trennen könnte. Die Eurohypo gilt jedoch als unverkäuflich. Das Neugeschäft ist derzeit eingestellt.

Ausgabe neuer Aktien kann Geld einbringen

Wenn Unternehmen zusätzliches Geld brauchen, greifen sie gerne zum Instrument der Kapitalerhöhung - so zuletzt der wegen des Atomausstiegs mit Problemen kämpfende Energiekonzern RWE. Dies kann zum Beispiel durch Ausgabe neuer Aktien geschehen. Bei den Aktionären ist die Maßnahme unbeliebt, weil die Dividende auf mehr Aktien verteilt werden muss. Außerdem ist fraglich, ob nach starken Kursverlusten durch die Ausgabe neuer Aktien genug Geld in die Kasse kommt. So sank der Kurs der Commerzbank-Aktie von knapp 30 auf knapp zwei Euro. in Italien hatte die Unicredit große Probleme, ihre neuen Aktien an den Mann zu bringen.

Letzte Möglichkeit ist die Staatsbeteiligung

Zuletzt kommt der Staat ins Spiel. Er kann sich über Kapitalerhöhungen (Aktienausgabe, andere Einlagen) an Unternehmen beteiligen, um sie zu stabilisieren. Bei den Unternehmen ist der Staatseinfluss unbeliebt, weil es zahlreiche Auflagen (Begrenzung von Boni) gibt. Staatsbeteiligungen an Banken widersprechen dem Privatisierungsziel der Regierung. Daher soll die verstaatlichte Hypo Real Estate wieder privatisiert werden. Die Aktien sollen Investoren oder dem breiten Publikum angeboten werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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