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Sandra Ketterer
Blickwechsel zur Spree

AUSSTELLUNG Bundestag zeigt Videoinstallation von Christoph Brech und Nicole Borgmann

Der Betrachter sieht nichts als Wasser. Es könnte eine Pfütze sein, ein Fluss oder ein See. Ruhig streichen die Wellen über die Oberfläche, aus den Lautsprechern dringt ein undefinierbares Rauschen. Die Videoinstallation "Blickwechsel" von Christoph Brech und Nicole Borgmann ist Zentrum der gleichnamigen Ausstellung im Kunst-Raum des Bundestages.

Es sei gleich eine dreifache Premiere, sagte Andreas Kaernbach, Kurator der Kunstsammlung, bei der Eröffnung in der vergangenen Woche. "Der Bundestag hat das erste Mal eine Videoausstellung in dieser Konzentration." Zwar habe er schon einmal eine Installation gezeigt, aber noch nie eine zum zentralen Bestandteil einer Ausstellung gemacht. Außerdem sei es das erste Mal, dass ein Videokünstler einen Kunst-am-Bau-Wettbewerb des Bundestages gewonnen habe und der Bundestag Videos in seine Kunstsammlung aufgenommen habe.

"Das Gefundene und nicht das Erfundene" stehe im Zentrum von Brechs Arbeit, erläuterte Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen). Er verwandele Phänomene des Alltags in Meditation. Seine Werke zeichneten sich unter anderem durch eine "größtmögliche Einfachheit der Mittel" sowie eine "Strenge der Konzeption" aus. Der "Blickwechsel", zu dem die Installation von Brech und Borgmann animiere, sei ein zweifacher. Zum einen werde die Spree in den Blick gerückt, die man vom Restaurant aus nicht sehe. Zum anderen werde der Blick gewandelt durch die Perspektive, aus der man auf die Oberfläche schaue.

Die Installation wird künftig in einem Restaurant im erweiterten Bau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses zu sehen sein. Auf der Videoleinwand werden live die Eindrücke von vier Webkameras abgebildet, die an verschiedenen Orten die Oberfläche der Spree filmen.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung noch einige Fotos, die Brech in den Museen des Vatikans gemacht hat. Die Ausstellung "Blickwechsel" ist noch bis zum 3. Juni 2012 im Kunst-Raum des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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