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Monika Pilath
Mehr Forschung gefordert

TOURISMUS

Aus Sicht führender Fachwissenschaftler muss die tourismuswissenschaftliche Forschung vorangetrieben werden. Deutschland müsse wie ganz Europa mehr tun, um die Innovationskraft der Branche zu erhalten und auszubauen, um konkurrenzfähig zu bleiben, betonten die Sachverständigen unisono vergangene Woche in einer öffentlichen Anhörung des Tourismusausschusses zum Thema "Tourismus und Wissenschaft - Ausbildung, Forschung, Wissenstransfer". Eine "kleinteilige Drittmittelforschung" reiche nicht aus, um wissenschaftlichen Nachwuchs in ausreichender Quantität und Qualität zu gewinnen, betonte der Professor für Tourismus an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Theo Eberhard. Er fügte hinzu: "Die Lehre ist immer die Forschung von gestern." Notwendig sei eine ausreichende Ausstattung der Hochschul- und Forschungseinrichtungen. Professor Armin Brysch von der Fakultät für Tourismus an der Hochschule Kempten forderte, die Internationalisierung der Tourismuswissenschaft auszubauen. Der Druck auf Studenten, einen Bachelor-Abschluss innerhalb von sechs Semestern zu schaffen, lasse junge Leute jedoch oftmals vor einem wichtigen Auslandssemester zurückschrecken. Die Vergleichbarkeit und Anerkennung von Studienleistungen müsse verbessert werden. Der Leiter des Instituts für Management und Tourismus an der Fachhochschule Westküste (Heide), Bernd Eisenstein, sagte in diesem Zusammenhang, in dem seit 2004 angebotenen Bachelor-Studiengang an seiner Einrichtung sei ein Auslandssemester obligatorisch. Er wies zugleich darauf hin, dass die Tourismuswissenschaft bislang zu ökonomiezentriert sei. Ohne soziologische, psychologische, pädagogische oder geografische Ansätze werde die Innovationskraft auf Dauer geschwächt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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